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| 15:21 Uhr

Pilzsaison startet
Erste Pfifferlinge wachsen auf der Kippe

 Derzeit haben Pfifferlinge in Lausitzer Wäldern gute Wuchsbedingungen. Es mangelt weder an Wasser noch an Wärme. Besonders häufig wachsen die beliebten Speisepilze in beerstrauchreichen Kiefernwäldern.
Derzeit haben Pfifferlinge in Lausitzer Wäldern gute Wuchsbedingungen. Es mangelt weder an Wasser noch an Wärme. Besonders häufig wachsen die beliebten Speisepilze in beerstrauchreichen Kiefernwäldern. FOTO: Torsten Richter
Schwarzheide. Der Schwarzheider Pilzberater Bernhard W. Naber spricht von einem bislang normalem Pilzjahr. Von Torsten Richter-Zippack

Wenn die ersten Pfifferlinge wachsen, beginnt der Sommer, lautet eine Bauernregel. Jetzt sind zwei Exemplare auf der Kippe bei Kostebrau gefunden worden, sagt der Schwarzheider Pilzberater Bernhard W. Naber. Weitere könnten in den kommenden Tagen folgen. Denn zurzeit sind die Bedingungen für das PIlzwachstum optimal, erklärt Naber. „Den größten Einfluss hat das Wasser. Und im Mai regnete es öfter.“ Laut dem Deutschen Wetterdienst fielen in Brandenburg rund 35 Liter Regen pro Quadratmeter, normal wären 54 Liter. In Sachsen war mit 65 Litern die Bilanz indes fast ausgeglichen. Zweiter wichtiger Faktor ist die Wärme. Im Mai war Brandenburg deutschlandweit das zweitwärmste Bundesland.

Bernhard W. Naber hat eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr bereits 26 Pilzsucher beraten. Manche brachten sogar die tödlich giftigen Weißen Knollenblätterpilze mit. „Diese wurden in sumpfigem Gelände zwischen der B 169 und der Schwarzheider Gefluderstraße gefunden“, berichtet der Pilzberater. Darüber hinaus kamen seit längerer Zeit wieder essbare Mairitterlinge vor. Diese wachsen gern auf Wiesen und an Wegen. „Die Mairitterlinge können aber leicht mit dem stark giftigen Ziegelroten Risspilz verwechselt werden“, warnt Naber.

Manche Sammler hatten hingegen riesige Champignons im Korb. Diese erreichten fast die Größe von Desserttellern. Diese beliebten Speisepilze können mit dem schwach giftigen Karbol-Egerling verwechselt werden. Doch spätestens in der Küche verbreitet dieses Sporengewächs einen unangenehmen Phenol-Geruch.

Bernhard W. Naber sagt, dass die meisten Pilz-Mycelien, also die unterirdischen Pilzgeflechte, das Dürrejahr 2018 überlebt haben dürften. „Sie schützen sich dann durch eine besondere Schicht“, erklärt der Fachmann. Wegen des fehlenden Regens war 2018 in Bezug auf Pilze mehr oder weniger ein Totalausfall. „In normalen Jahren habe ich um die 100 Beratungen“, rechnet Naber vor. „Anno 2018 waren es lediglich 13.“ Der Schwarzheider kündigt für den Herbst 2019 in Zusammenarbeit mit dem Nabu Senftenberg Pilzvorträge an.