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| 14:43 Uhr

Finanz-Alarm in Schwarzheide
Der Chemie-Stadt Schwarzheide fehlen 2,5 Millionen Euro

 Schwere Zeiten stehen den Schwarzheidern in den kommenden Monaten bevor. Die Gewerbesteuern brechen massiv ein.
Schwere Zeiten stehen den Schwarzheidern in den kommenden Monaten bevor. Die Gewerbesteuern brechen massiv ein. FOTO: Richter-Zippack / RIchter-Zippack
Schwarzheide. Auf Schwarzheide ruhen große Hoffnungen, wenn es um den Strukturwandel in der Lausitz geht. Vor allem das Industriegebiet um das Chemieunternehmen BASF gilt das entwicklungsfähiger Kern. Doch der Wirtschaftsmotor stottert. Die Gewerbesteuereinnahmen brechen ein. Von Torsten Richter-Zippack

Schock in der Chemiestadt: Die Kommune erwartet in diesem Jahr rund 2,5 Millionen Euro weniger Gewerbesteuern als geplant. Eigentlich sollten 2019 etwa fünf Millionen Euro in die Stadtkasse fließen, informiert Bürgermeister Christoph Schmidt (parteilos). Aus diesem Grund muss die Stadt ein Sparkonzept auf die Beine stellen. Eine entsprechende Sondersitzung der Stadtverordneten soll im Oktober anberaumt werden. „Möglicherweise müssen wir dann auf freiwillige Leistungen verzichten“, sagt Schmidt. Zunächst gelte es, sämtliche Haushaltsansätze auf den Prüfstand zu stellen.

Der Haushalt der Chemiestadt basiert zu 100 Prozent aus Steuereinnahmen. Zuweisungen vonseiten des Landes gibt es keine.

Der massive Steuereinbruch hat laut Schmidt mit der allgemeinen Eintrübung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland zu tun. Selbst die Krise in der Automobilindustrie schlage sich im weitesten Sinne in Schwarzheide nieder. „Wir sind also ein kleiner Frühindikator für die wirtschaftliche Situation im Land“, beschreibt Christoph Schmidt die Lage. Bereits im Jahr 2009, wenige Monate nach der weltweiten Finanzkrise, hatten die Schwarzheider erwogen, ein Sparkonzept zu erstellen. Dieses wurde damals dann doch nicht benötigt.