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Neue Attraktion für Schwarzheide
Ein Findlingspark im Kleinformat am Südsee

Immer wieder eine Augenweide: die Winterheide im Findlingspark Nochten. Ein ähnlicher Streingarten soll jetzt am Seecampus Schwarzheide entstehen.
Immer wieder eine Augenweide: die Winterheide im Findlingspark Nochten. Ein ähnlicher Streingarten soll jetzt am Seecampus Schwarzheide entstehen. FOTO: Sebastian Kahnert / dpa
Schwarzheide. Am Schwarzheider Seecampus ist ein Findlingsgarten geplant. Stadt und Kreis sind in der Pflicht. Von Torsten Richter-Zippack

Nochten hat einen Findlingspark, Schwarzheide bekommt einen Findlingsgarten. Und dazu tatkräftige Unterstützung aus dem Parkdorf. Denn niemand Geringeres als einer der Väter des Lausitzer Findlingsparks, Dr. Hans Ulbrich, erstellt das Konzept für die Anlage zwischen Seecampus und Südteich. Auf der handtuchartigen Fläche soll es ebene und hügelige Bereiche geben, kündigt Ulbrich an. Wobei Hügel etwas übertrieben scheint, die Höhenunterschiede werden einen Meter nicht überschreiten. „Voraussetzung für die Pflanzen ist, dass sie Trockenheit gut vertragen“, erklärt der Experte. Er schlägt vor allem Stauden und Gräser vor, beispielsweise Lampenputzer- und Federgras. Lediglich kleinwüchsige Gehölze, davon aber auch nicht allzu viele, kämen zum Einsatz. Der Grund? „Wir wollen natürlich die Panoramaaussicht vom Seecampus auf den Südteich erhalten“, sagt Hans Ulbrich.

Nach Westen hin sei dagegen ein harmonischer, parkähnlicher Übergang in den bereits bestehenden Wald vorgesehen. Diejenigen Gehölze, die künftig Teil des Ensembles werden, seien bereits gekennzeichnet.

Der Findlingsgarten sei äußerst pflegeleicht. So werde eine mineralische Abdeckung bevorzugt, die dem Unkraut nur wenig Chancen einräume. „Dieses Verfahren praktizieren wir in Nochten bereits von Beginn an erfolgreich“, resümiert Hans Ulbrich. Darüber hinaus gebe es keine künstliche Bewässerung, Regen und Schnee müssten ausreichen.

Warum sich Schwarzheide einen Findlingsgarten gönnt? „Wir entwerfen dieses Projekt nicht aus Lust und Laune“, stellt Bürgermeister Christoph Schmidt (parteilos) klar. Sowohl die Kommune als auch der Landkreis Oberspreewald-Lausitz stehen in der Pflicht, einen Ausgleich für die im Rahmen des Seecampus-Baus versiegelten Flächen zu schaffen. Dort wuchs bis vor gut zehn Jahren ein älterer Kippenwald. Ein Findlingsgarten biete sich an, da dieser die für die Region typischen Pflanzen präsentiere. „Schließlich können die Schüler hier etwas lernen und im Zuge der Pflege selbst Hand anlegen“, sagt Schmidt. Schwarzheide stellt aus einem eigens für solche Umweltersatzprojekte eingerichteten Fonds 35 000 Euro bereit. Der Landkreis sei mit mindestens 110 000 Euro dabei. Ursprünglich sollte der Findlingsgarten wesentlich größer werden. Doch aus Kostengründen sei das Vorhaben um zwei Drittel eingestampft worden. Für die Stadt hielten sich die Anschlusskosten in sehr engen Grenzen. Zwar müsse die Kommune für drei Jahre die Anwuchspflege übernehmen. Aber die Schüler würden in die notwendigen Pflegearbeiten eingebunden.

Die Schwarzheider Stadtverordneten unterstützen das Vorhaben ebenfalls. „Dadurch wird der Schulkomplex erheblich aufgewertet“, sagt Werner Rex (Linke).

Der Start für den Bau des Schwarzheider Findlingsgartens ist derzeit allerdings noch ungewiss.