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| 16:30 Uhr

Fluss bei Senftenberg ausgetrocknet
Elster mutiert zu langem Sandweg

Dürre ohne Ende: Zwischen der Knappenstraßen-Brücke am LMBV-Gebäude in Senftenberg und dem Verteilerwehr Kleinkoschen ist die Schwarze Elster auf einer Länge von mehr als vier Kilometern komplett ausgetrocknet.
Dürre ohne Ende: Zwischen der Knappenstraßen-Brücke am LMBV-Gebäude in Senftenberg und dem Verteilerwehr Kleinkoschen ist die Schwarze Elster auf einer Länge von mehr als vier Kilometern komplett ausgetrocknet. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Der Fluss ist bei Senftenberg auf einer Länge von mehr als vier Kilometern ausgetrocknet. Fehlender Regen und Hitze sind Ursachen. Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Von Jan Augustin

Ob die für diesen Mittwoch und Donnerstag vorhergesagten vereinzelten Schauer das Wasser in die Schwarze Elster zurückbringen, ist fraglich. Die Prognosen sagen weiter ein warmes und vor allem niederschlagsfreies Wetter vorher. Mittlerweile ist der Fluss bei Senftenberg auf einer Länge von etwa viereinhalb Kilometern komplett ausgetrocknet. Nichts fließt mehr zwischen dem Wehr an der Knappenstraße und dem Verteilerwehr in Kleinkoschen. Dass das Flussbett im Stadtgebiet noch Wasser führt, ist der Rainitza zu verdanken. Im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) wird das Flüsschen gerade verlegt und in eine Rohrleitung gepresst. Das ist eine Voraussetzung für den Ablauf des Sedlitzer Sees und damit den Stöpsel der Lausitzer Seenkette. Aus dem Sedlitzer See muss das Wasser der sanierten und schon weitgehend verbundenen Tagebaukrater künftig zur Schwarzen Elster abgeleitet werden - über die Rainitza, die dafür in einem neuen Bett zum großen Fluss geführt werden muss.

Aktuell aber rettet die Rainitza die Schwarze Elster im Stadtgebiet vor dem Austrocknen. An der Einleitstelle in der Nähe des LMBV-Gebäudes an der B 96 fließen 300 bis 500 Liter Wasser pro Sekunde in den Fluss, erklärt Volker Lehmann. Er ist der für Senftenberg zuständige Verbandstechniker beim Gewässerverband Kleine Elster-Pulsnitz. Er selbst habe so eine extreme Situation in den viereinhalb Jahren als Verbandstechniker noch nicht miterlebt. Mit Superlativen, wie sie die großen Boulevard-Medien derzeit gern benutzen („Erster Fluss ist tot!“), hält sich Lehmann aber zurück. „Das gab es auch schon früher. Das ist keine Besonderheit“, analysiert er nüchtern. Zudem habe es in Deutschland in der Vergangenheit schon mehrfach trockengelegte Flüsse gegeben.

Von der Einleitstelle an der Knappenstraße in Senftenberg  wird frisches Wasser von der Rainitza in die Schwarze Elster gepumpt.
Von der Einleitstelle an der Knappenstraße in Senftenberg wird frisches Wasser von der Rainitza in die Schwarze Elster gepumpt. FOTO: LR / Jan Augustin

Dass die bei normalen Verhältnissen etwa zehn Meter breite und 70 bis 80 Zentimeter tiefe Elster bei Senftenberg ausgedorrt ist, liege vor allem an dem fehlenden Regen. Dazu lässt die Hitze Wasser verdunsten. Verstärkt wird dieser seit Wochen anhaltende Zustand durch die fehlenden Zuflüsse in diesem Bereich und mittlerweile auch durch abfallende Grundwasserstände, erklärt der Wasserexperte.

Der ungewöhnliche Anblick des mit Muscheln, Schnecken und toten Fischen bestückten Sandweges wird durch das meterhohe Schilf und Unkraut verstärkt. Dass die Boote des Gewässerverbandes wegen des Niedrigwasserstandes nicht wie geplant zur großen Entkrautungs-Aktion ausfahren konnten, erweist sich nun als Vorteil. Denn das wuchernde Grün hält das Wasser zurück und schützt damit die Elster vor der Versandung.