| 12:43 Uhr

Schlossteich-Angler fischen im Trüben
Schlossteich ist nichts für Angler

Senftenberg. Vision für Senftenberg: Der Stadtteich könnte Jugendangelgewässer werden.

(trt) Etwa 30 Angelgewässer gibt es im OSL-Kreis. Der Senftenberger Schlossteich gehört nicht dazu. Dennoch werfen immer wieder „Schwarzangler“ ihre Ruten aus.

Selbst jetzt im Winter sehen Schlossparkbesucher hin und wieder die vermeintlichen Angler an den Ufern stehen. Eigenen Recherchen zufolge ist vor allem das Südufer des Großen Schlossteiches nahe des Umweltbildungszentrums als Standort beliebt. Nach Angaben der Stadt Senftenberg als Eigentümerin des Gewässers gibt es dort zwar Fische. Allerdings sei nicht bekannt, wie die Kiemenatmer dort hineingeraten sind. Um die Tiere kümmere sich niemand. Angeln sei nicht gestattet.

Aus der Fischereibehörde des Landkreises war zu erfahren, dass es den Kommunen freistehe, ihre Gewässer zu kontrollieren, entsprechende Verstöße gegen geltendes Recht festzustellen und diese an die zuständigen Stellen weiterzuleiten. Dies sei bezüglich des Senftenberger Schloss-teiches bislang nicht geschehen. Daher könne nicht gesagt werden, inwieweit es dort zum „Schwarzangeln“ kommt. „Schwarzangeln“ an sich sei eine Straftat und lande vor Gericht.

Die Fischereibehörde empfiehlt ohnehin, die Politessen nicht nur im ruhenden Verkehr nach dem Rechten schauen zu lassen, sondern ebenso mal die eigenen Gewässer zu kontrollieren. Allerdings handele es sich dabei nicht selten um ein heikles Thema, da das „Schwarzangeln“ hauptsächlich Kinder und Jugendliche betreffe. Diesen könne zunächst die Rechtslage erläutert werden, bevor weitere Maßnahmen folgen.

Darüber hinaus sei es möglich, Visionen zu verwirklichen. Beispielsweise den Senftenberger Schloss-teich als Angelgewässer für die Jugend zu deklarieren. Das sei aber nur mit entsprechendem Fachpersonal, beispielsweise Berufsanglern, machbar, so der Landkreis.

Die beiden Teiche im Schlosspark gibt es in ihrer heutigen Form erst seit sechs Jahren wieder. Ursprünglich befanden sich dort die Reste eines größeren Gewässers, das die Festung umschloss. In den Jahren 1911/1912 wurde der Schlosspark, damals als „Kaiser-Wilhelm-Park“, angelegt. Dabei verschwanden die Reste des Teiches.

Die beiden heutigen Gewässer werden auch von vielen Enten besiedelt. Viele Besucher füttern die Vögel, was aber nicht notwendig ist. Mit Ausnahme strenger Winter finden die Enten genügend Nahrung.

(trt)