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| 02:49 Uhr

Schwalben auf dem Hof willkommen

Elke und Konrad Elbing (Mitte) kümmern sich rührend um die Schwalben auf ihrem Grundstück in Grünewald. Dafür haben ihnen Jürgen Jentsch (l.), Artenschutzverantwortlicher im Landkreis, und Klaus Uhl vom Naturschutzbund ein großes Dankeschön überbracht.
Elke und Konrad Elbing (Mitte) kümmern sich rührend um die Schwalben auf ihrem Grundstück in Grünewald. Dafür haben ihnen Jürgen Jentsch (l.), Artenschutzverantwortlicher im Landkreis, und Klaus Uhl vom Naturschutzbund ein großes Dankeschön überbracht. FOTO: Rudolf Kupfer/rkp1
Grünewald. Eine besondere Auszeichnung haben zwei Familien in Grünewald und Grünewalde erhalten. Sie kümmern sich rührend um Schwalben, denen der Mensch durch die Sanierung alter Gebäude die Brutmöglichkeiten nimmt. Rudolf Kupfer / rkp1

Mit der Plakette "Schwalben willkommen" sind jetzt die Grundstücksbesitzer Manfred Bock (78) in Grünewalde, Stadt Lauchhammer, und Konrad Elbing (62) in Grünewald, Amt Ruhland, ausgezeichnet worden. Im Auftrag des Landesverbandes des Naturschutzbundes haben Jürgen Jentsch aus Calau und Klaus Uhl aus Grünewalde die Anerkennung übergeben. "Diese Plakette bekommt einen Ehrenplatz im Eingangsbereich unseres Grundstückes", sagt Konrad Elbing nicht ohne Stolz. Die Anerkennung des Naturschutzbundes wird erst seit wenigen Jahren an Naturfreunde im Landkreis verliehen.

Immerhin gibt es in diesem Jahr auf dem Hof in Grünewald 15 besetzte Rauchschwalbennester - so viele, wie schon lange nicht. Leider sind die Mehlschwalben, die früher auf dem Gehöft ebenfalls brüteten, nicht mehr vertreten. Insgesamt, so rechnet Konrad Elbing vor, werden fast 100 geschlüpfte Jungvögel im Herbst nach Afrika fliegen.

In den meisten Nestern wird gegenwärtig die zweite Brut großgezogen. Ob die Zeit bis Mitte September noch für ein drittes Gelege reicht, ist abzuwarten.

Auf die Frage, warum sich die Schwalben auf seinem Grundstück so wohl fühlen, sagt der Naturfreund: "Mit dem Erwerb dieses ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes haben meine Frau Elke und ich natürlich auch die Schwalben mit übernommen. Seit vielen Jahrzehnten haben sie hier ihre Nistplätze. Wir erfreuen uns an diesen eleganten Vögeln, die in unser noch weiter zu sanierendes Anwesen Leben bringen."

Der Erhalt der Schwalbennester werde bei allen weiteren geplanten Bauarbeiten berücksichtigt. Vor allem in der offenen Scheune fühlen sich die Flugkünstler wohl.

Ideale Bedingungen finden die gefiederten Freunde in Grünewald in gut erhaltenen Naturräumen. Ton und Lehm, die für den Nestbau erforderlich sind, holen sie sich aus den Feuchtgebieten.

Familie Bock in Grünewalde hat ebenfalls mit dem Erwerb ihres Grundstückes im Jahr 1965 die Schwalben als Mitbewohner. Seitdem ist das Ehepaar sehr darum bemüht, dass die Vögel jedes Jahr wiederkommen und sich wohlfühlen. Die extra angelegten Einfluglöcher und eine nur für diese Tiere gebaute Stromleitung (jedoch ohne Anschluss) sind dafür ein Beleg. Die "Freileitung" nutzen übrigens alle Schwalben des Dorfes.

Trotzdem sind gegenwärtig nur zwei Rauchschwalbennester besetzt, und damit viel weniger als in den Vorjahren.

In direkter Nachbarschaft von Familie Bock befindet sich der Storchenhorst von Grünewalde. Schwalben, Störche und Kraniche sind Glücksbringer, so die Grünewalder und treffen dabei bei Klaus Uhl auf offene Ohren. Übereinstimmend stellen sie fest: Es lohnt sich, für die Natur aktiv zu sein und heimische Arten zu schützen und zu erhalten.

Jürgen Jentsch, der für Artenschutz im Landkreis Verantwortliche, freut sich, dass er die Plaketten "Schwalben willkommen" an so verdienstvolle Naturschützer übergeben kann.

Wie notwendig der Einsatz für diese Tiere ist, zeigt, dass der Bestand an Mehlschwalben bundesweit in den vergangenen zwölf Jahren dramatisch um 41 Prozent zurückgegangen ist. Das ist ein Ergebnis aus der Zählung während der "Stunde der Gartenvögel 2016".