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Schwache für den Alltag fit machen

Im Förder- und Beschäftigungsbereich ist immer viel los. Es wird gemalt und getöpfert. Katrin Loser (M., stehend) hilft und leitet an.
Im Förder- und Beschäftigungsbereich ist immer viel los. Es wird gemalt und getöpfert. Katrin Loser (M., stehend) hilft und leitet an. FOTO: Christine Noack
Senftenberg. Im Förder- und Beschäftigungsbereich der Integrationswerkstätten Lausitz wird am heutigen Freitag gefeiert. Der geschützte Bereich besteht seit 20 Jahren. Andrea Budich

22 erwachsene behinderte Menschen werden darin derzeit betreut. Sie können die Anforderungen in den Produktionsstätten der Werkstatt nicht erfüllen.

Eine, die von Anfang an die Entwicklung des Förder- und Beschäftigungsbereiches seit 1997 aktiv mitgestaltet hat, ist die Heilerziehungspflegerin Katrin Loser (49). Die Besonderheit ihrer Arbeit liegt darin, auch die Schwächsten zu fördern und für den Alltag fit zu machen. Die Menschen, die von ihr seit 20 Jahren liebevoll betreut werden, haben oft vielfältige Beeinträchtigungen, die das Lernen sehr schwer machen. Daher ist es wichtig, dass alles in Ruhe stattfindet und dass die Gruppen nicht zu groß sind. Auch wenn alles etwas langsamer gehen muss, der Förderbereich ist ein Ort, an dem viel gelernt wird.

Zum Jubiläum gehört für die langjährige Leiterin des Förder- und Beschäftigungsbereiches Senftenberg auch ein Blick zurück. "Es gab sehr, sehr schöne Momente, aber auch traurige Augenblicke. Wir haben viel mit den Sorgen der uns Anvertrauten zu tun. Aber gerade das schweißt uns als Team zusammen", sagt Katrin Loser.

Zum Konzept des Förderbereichs gehört für Katrin Loser ein klarer Tagesablauf, der allen vertraut ist. Hinzu komme ein Team von vertrauten Betreuern. In Senftenberg sind das neben der Leiterin selbst neun Fachkollegen. "Das ist unsere Basis", erklärt Katrin Loser.

Zum Alltag der Gruppen im Förder- und Beschäftigungsbereich unter dem Dach der Integrationswerkstätten Lausitz gehört die tägliche Abholung beim Fahrdienst sowie die Begleitung in die Gruppenräume. "Keiner darf aus den Augen gelassen werden, einige können sich nicht gut orientieren", erklärt die Leiterin.

Zur Vormittagsbeschäftigung gehört das Malen, Singen, Töpfern, Basteln und Spazierengehen. Dabei ist jeder neu aufzunehmende Teilnehmer eine spannende Herausforderung. Mit viel Vertrauen und dem Schaffen von Freiräumen gelingt es dabei stets, auch schwierige Situationen zu meistern.

Zum Rückblick gehören für Katrin Loser bei der heutigen großen Geburtstagsfeier mit mehr als 70 Gästen zahlreiche Erlebnisse. Dazu zählen Kahnfahrten, Bowlingveranstaltungen, Grillfeste, Ausflüge zum Flughafen, Bahnfahrten und Sommerfeste.

Dass Katrin Loser bei den schwerst mehrfach behinderten Menschen Entwicklungen und Fortschritte ganz individuell begleiten und fördern kann, gefällt ihr an ihrem Arbeitsbereich besonders. Den Gruppenteilnehmern Spaß und Erfolg nahe zu bringen, egal wie hoch ein Handicap auch sein mag, ist eine Besonderheit der Arbeit von Katrin Loser, die sie auch künftig nicht missen möchte.