. "…15, 16, 17, 18…". Maria zählt laut und drückt bei jeder Zahl kräftig auf den Brustkorb des Rettungsdummys. Kurze Pause bei der Herzdruckmassage. Jetzt ist eine Mitschülerin gefragt. Sie streckt den Kopf der Puppe nach hinten und beginnt mit der Beatmung. Reanimationsübungen wie diese stehen regelmäßig auf dem Plan, wenn die Schulsanitäter des Senftenberger Friedrich-Engels-Gymnasiums sich treffen.

Die Jugendlichen haben einen umfangreichen Erste-Hilfe-Kurs hinter sich und frischen ihr Wissen und Können immer wieder auf. "Schließlich sollen unsere Schulsanitäter fit sein, wenn einem Mitschüler etwas passiert", sagt Peggy Kalz, die beim Johanniter-Regionalverband Südbrandenburg unter anderem für die Jugendarbeit zuständig ist und die Schulsanitäter betreut. Während ihrer Ausbildung lernen die Nachwuchssanitäter, wie sie einen Notfall erkennen und einschätzen können, wie sie Erste Hilfe leisten und bei Bedarf den Rettungsdienst rufen. Damit sind die Schüler fit für den Einsatz im Schulalltag und wissen, was zu tun ist, wenn ein Schüler beispielsweise verletzt ist, hyperventiliert, das Bewusstsein verliert oder Fieber bekommt. "Außerdem erfahren die Jugendlichen auch, welche Hygienevorschriften sie beachten müssen und wie sie die Patienten im Notfall am besten betreuen", erklärt Peggy Kalz. Durch das Projekt schulen die Jugendlichen nicht nur ihre Sozialkompetenz, sondern lernen auch, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen.

Maria und ihren Mitschülern macht das Engagement bei den Schulsanitätern sichtlich Freude. "Wir lernen viel über Medizin und Kommunikation", sagt die 16-Jährige, die nach dem Abitur gern Medizin studieren möchte. Und auch andere aus dem Team können sich gut vorstellen, später als Arzt, Krankenschwester oder Rettungssanitäter zu arbeiten und finden es gut, jetzt schon erste Erfahrungen zu sammeln.

Seit es den Schulsanitätsdienst am Friedrich-Engels-Gymnasium gibt, waren die Helfer schon oft gefragt. Nicht nur im Schulalltag, sondern auch bei größeren Veranstaltungen und Sportereignissen der Schule sind sie im Einsatz. Bei Übelkeit, Verletzungen im Sportunterricht, Bauchschmerzen und Co. gilt der erste Ruf den Schulsanitätern vom Dienst. Diese sind über ein Diensthandy erreichbar und entscheiden eigenständig, ob eine Auszeit im Ruheraum ausreicht oder ob ein Rettungswagen und der Notarzt gerufen werden müssen. "Das Engagement als Schulsanitäter stärkt das Selbstbewusstsein der Schüler", erklärt Lehrerin Peggy Frenzel, die die Arbeit der Schulsanitäter am Senftenberger Gymnasium koordiniert. Und sie zeigt sich begeistert darüber, wie viel die Jugendlichen durch dieses Ehrenamt lernen.

Zum Thema:
Das Organisationsteam der Johanniter-Jugend hat bei der Auswahl der Kurse neben Klassikern, wie der Behandlung von Sportverletzungen oder Platzwunden, auch das Thema Verkehrsunfall mit in die praktische Ausbildung einbezogen. Hierfür hat sich die neu geschaffene SanArena, ein realitätsnaher Notfallstationsparcours, bewährt, auf dem auch Unfallszenarien nachgestellt werden.