Leere Klassenräume, leere Flure, leere Schulhöfe. „In der Schule ist es sehr ruhig geworden“, erzählt Eckhard Bethge, Schulleiter des Friedrich-Engels-Gymnasiums in Senftenberg. Bereits seit dem 18. März findet hier, wie in allen anderen Schulen landesweit, wegen des Coronavirus’ kein Unterricht mehr statt. Alle Lehrkräfte, die zur Risikogruppe zählen, müssen ihre Arbeit seitdem ebenfalls von zu Hause aus verrichten, wie Eckhard Bethge mitteilt. „Für die übrigen entscheidet der Schulleiter, ob und in welchem Umfang die Anwesenheit in der Schule erforderlich ist“, erklärt er.

Internet-Unterricht ist am Senftenberger Gymnasium nicht möglich

Damit der Unterricht nicht ersatzlos ausfällt, haben die Schüler Aufgaben bekommen. Der Umfang entspreche der Unterrichtszeit bis zu den Osterferien. „Für Unterricht via Internet sind unsere technischen Voraussetzungen noch unzureichend. Allerdings stehen den Schülern zahlreiche Angebote von Lernplattformen und Apps zur Verfügung“, erläutert der Schulleiter.

Der Kontakt zu den Lehrern erfolgt per E-Mail. So kann sich auch in Zeiten von Corona über Fragen und Arbeitsergebnisse ausgetauscht werden. Zensuren erhalten die Schüler während dieser Zeit nicht. „Allerdings hatten die Lehrkräfte in vielen Fällen noch Benotungen aus der zurückliegenden Unterrichtszeit fertigzustellen“, berichtet Eckhard Bethge.

Abiturvorbereitung am Gymnasium ist nicht beeinträchtigt

In wenigen Wochen stehen in Brandenburg außerdem die Abiturprüfungen an. „Die Zeit der Unterrichtsvermittlung des vierten Semesters und der Klausuren war am 18. März soweit abgeschlossen, dass die Prüfungsvorbereitung in Selbstorganisation vorgezogen vor den Osterferien beginnen konnte“, erzählt der Schulleiter.

Er befürwortet die Entscheidung, die Abiturprüfungen zu den regulären Terminen stattfinden zu lassen. Auch der Prüfungsausschuss des Senftenberger Gymnasiums habe sich dafür ausgesprochen. Er sagt aber auch: „Die Entwicklung der Corona-Krise wird zeigen, ob in drei Wochen Abiturprüfungen stattfinden können.“

Den Vorschlag, Schülern ihr Abitur ohne entsprechende Prüfung zu geben, lehnt er grundsätzlich ab. „Vergleiche ich die Situation von vor sechs Wochen mit heute, muss ich allerdings feststellen, dass auch eine solche Maßnahme nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden kann. Gut und zweckmäßig passt nicht immer zusammen“, gesteht er ein.