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| 19:37 Uhr

Kostebrau
Die alte Schule hat jetztwieder ein Klassenzimmer

Kostebaru. Das Kostebrauer Heimatmuseum lädt nach dem Umbau wieder zu Besichtigungen ein.

Nach längerer Umbauzeit ist ab sofort das Kostebrauer Heimatmuseum wieder geöffnet. „Wir haben gänzlich neue Ausstellungen geschaffen“, sagt Ingeborg Mittag, Vorsitzende des örtlichen Kultur- und Heimatvereins, unter dessen Fittichen die Einrichtung steht. Dazu gehört eine nagelneue Galerie. Dort präsentieren die Bewohner des Heimes im Wiesengrund, das sich im Kostebrauer Unterdorf befindet, diverse Holz- und Keramikarbeiten, ebenso Collagen und Malereien. Besonders der Reichtum der Farben sorgt dabei für Aufsehen. „Das muss man gesehen haben“, schwärmt Mittag, „das ist gelebte Inklusion.“

Darüber hinaus gibt es einen neuen Raum mit alter Technik. Konkret handelt es sich vor allem um Radios. „Unser ältestes Exemplar ist eine Goebbels-Schnauze, rund 80 Jahre alt“, sagt Ingeborg Mittag. Darüber hinaus trumpft die Ausstellung mit dem ältesten, in der DDR produzierten Farbfernsehgerät auf.

Ganz komplett ist diese Ausstellung aber noch nicht: „Wir suchen noch einen Schallplattenautomaten. In einen solchen wurde in den 1950er- und 1960er-Jahren jeweils eine Mark hineingesteckt, und die Platte spielte“, erinnert sich die Vereinsvorsitzende. „Wir erläutern dabei auch technische Grundlagen. Ich denke, diese Schau könnte ein Reißer werden“, sagt Mittag. Übrigens gab es einst in Kostebrau einen Elektriker. Und nicht nur das: Günther Krause kümmerte sich als Rundfunkmechaniker auch um defekte Radios.

In der obersten Etage des Museums gibt es einen Einblick in einen Friseursalon aus Omas Zeiten. In Kostebrau kümmerten sich einst drei Friseure um die Haarpracht der Einwohner, heute keiner mehr.

Neu eingerichtet präsentiert sich ebenfalls die Schulstube im Erdgeschoss. Ein Kostebrauer hat eigens ein neues Lehrerpodest gebaut, so, wie es in vergangenen Zeiten in den Schulen stand. Daneben befindet sich ein ebenfalls betagtes Klavier, gesponsert von der Kostebrauer Familie Winderlich. Außerdem  gibt es eine große Landkarte, die das Deutsche Reich in der Zeit von 1871 bis 1914 zeigt. Allerdings , so erklärt Ingeborg Mittag, sei nur eine Schulbank original aus Kostebrau. Der große Rest sei nach der Schulschließung entsorgt worden. „Einige Einwohner sind damals noch auf die Hänger gekrochen, um wenigstens einen Teil zu retten“, erinnert sich Mittag. Dank der Unterstützung des Schwarzheider Kultur- und Heimatvereins wurden die entstandene Lücken wieder kompensiert.

Insgesamt sind von den acht Ausstellungsräumen bereits vier begehbar. Die weiteren sollen im Laufe des Sommers folgen. Nunmehr können auch behinderte Gäste das Heimatmuseum problemlos besuchen. Denn dank eines 250-Kilo-Treppenliftes gelangen jetzt auch Rollstuhlfahrer sowie Gehbehinderte in die oberen Etagen.

Das alte Kostebrauer Schulgebäude wird durch die Stadt Lauchhammer als Bauherr saniert. Die offizielle Fertigstellung war bereits Ende Oktober 2017. Nach Angaben von Ortsvorsteher Michael Thieme mussten aber danach mehrere kleine Mängel beseitigt werden. Beispielsweise wurden in den Toiletten Kinderbecken angebaut. „Das dauert alles ziemlich lange“, kommentiert der Kommunalpolitiker. Ingeborg Mittag lobt hingegen das Engagement seitens der Kommune. Aus dem Lauchhammeraner Rathaus gibt es trotz Nachfrage bislang keine Reaktion.

Das Kostebrauer Heimatmuseum kann laut Ingeborg Mittag ab Juni wieder jeden Sonntagnachmittag ab 14 Uhr besichtigt werden. Dazu gibt es ein kleines Imbissangebot. Pro Öffnungstag kommen laut der Statistik zwischen 25 und 30 Besucher.

Darüber hinaus lohnt ein Blick in den neuen Rhododendronpark direkt nebenan. Im Frühjahr, so berichtet Mittag, seien 18 junge Exemplare gepflanzt worden, insgesamt sind es jetzt um die 30 Gehölze. Dazu gibt es Informationen zur Ortsgeschichte und Sitzgelegenheiten.