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Schulbusfahren wird teurer

OSL-Kreis.. Dass eine Zustimmung zur Drucksache 664/03 nach der Sondersitzung des Kreistages am nächsten Donnerstag beim Elternvolk keine Jubelstürme auslösen dürfte, schwant wohl den meisten Abgeordneten.

Die Rede ist vom heftigen Anstieg des Eigenanteils am Schülerverkehr, der nach dem Willen der Kreisverwaltung bereits zum 1. August wirksam werden soll. Betroffen wären rund 6000 Schüler aller Jahrgänge im Kreis.
Dicke Backen produzierten nach der Beratung des OSL-Finanzausschusses am Donnerstag vorerst auch Walter Kroker, 1. Beigeordneter des Landrates, sowie Helga Schüler als Chefin des zuständigen Fachamtes für Schulverwaltung und Kultur. Zuvor fand im Ausschuss mit drei Ja-Stimmen bei einem Nein und zwei Enthaltungen ein Vorstoß von Klaus Westerberg (SPD) eine knappe Mehrheit, der von der Verwaltung nun binnen Wochenfrist eine soziale Staffelung der Elternbeiträge nach Einkommen und Entfernungskilometer verlangt.
"Wenn wir schon die Gebühren erhöhen müssen, dann sollte sich der Griff ins Portmonee der Eltern sozial ausgewogen gestalten", erklärte Westerberg. Auch der Weg zur nächsten Schule sollte im Sinne jener Familien, die noch ein Stück "ländlicher als ländlich" wohnen, berücksichtigt werden.
Anlass der Diskussion ist der mit dem so genannten Gesetz zur Entlastung der Kommunen erfolgte Rückzug des Landes aus dem Schülerverkehr. Nach den bisherigen Vorschlägen sollte der Elternanteil fürs erste Kind bei der Ausgabe von Jahresfahrscheinen auf 50 Prozent sowie bei Monatskarten auf 55 Prozent steigen. Bislang wurde eine 30-prozentige Beteiligung kassiert, wenn die Zeitkarte privat genutzt werden konnte. Für den Landkreis selbst soll die Mehreinnahme aus den erhöhten Elternanteilen runde 1,4 Millionen Euro ausmachen. Vor der entscheidenden Kreistagssitzung wird sich allerdings schon am Mittwoch ab 16.30 Uhr auch der Bildungsausschuss des Kreises zum zweiten Mal in öffentlicher Runde im Senftenberger Landratsamt mit der "explosiven" Thematik befassen. (os)