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Herbstakademie der BTU
Schüler tüfteln fleißig in den Ferien

Die Brüder Doniyor (r.) und Schachriyor Nizamov haben einen Roboter aus Lego-Elementen gebaut.
Die Brüder Doniyor (r.) und Schachriyor Nizamov haben einen Roboter aus Lego-Elementen gebaut. FOTO: Anja Brautschek / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Senftenberg. Herbstakademie der BTU widmet sich der Robotik und Ökologie. 20 Jugendliche erforschen wissenschaftliche Gebiete. Von Anja Brautschek

Langsam bewegt sich der kleine Roboter nach vorne. Bis zu einer grauen Linie, dann dreht sich der Greifarm samt Motor schlagartig nach rechts und bewegt sich weiter voran. Gebaut ist das Gefährt aus Legosteinen. Die Schüler beobachten konzentriert das Geschehen auf dem Tisch. Vollkommen zufrieden sind sie noch nicht. Sie messen den Weg aus und passen die Programmierung an. Nur so kann der Roboter das gewünschte Ziel erreichen.

In wenigen Wochen sollen einige der Roboter am Wettbewerb „First Lego League“ teilnehmen. Die Schüler nutzen die dreitägige Herbstakademie der BTU Cottbus-Senftenberg, um intensiv an ihren Entwicklungen zu tüfteln. „Mich reizt es, abstrakt zu denken. Für dieses Projekt muss man eigene Ideen entwickeln und kreativ sein“, erzählt Schachriyor Nizamov. Der 16-Jährige hat gemeinsam mit seinem Bruder Doniyor (14) einen förderbandähnlichen Roboter gebaut. Dafür wurden nur Legosteine verwendet. Eine programmierbare Schaltzentrale sowie ein Motor erwecken das Gefährt zum Leben. Von der Idee bis zur Programmierung des Roboters basteln die Jugendlichen alles selbst. Unterstütung bekommen sie von Studenten. Sie beantworten Fragen und geben Tipps. Die Herbstakademie sieht Schachriyor deshalb als wichtige Vorbereitung auf die Zukunft – Er will später Informatik studieren.

In der Herbstakademie lernen die Schüler wichtige technische Zusammenhänge. Unter dem Motto „Entdecken-Forschen-Wissen“ verbindet das Projekt Theorie mit spannender Praxis. Ziel ist es, die Lust an Wissenschaft zu wecken. Dafür werden unterschiedliche Wissenschaftsbereiche abgedeckt. Insgesamt haben sich 20 Mädchen und Jungen der Klassenstufen sieben bis elf dazu entschlossen, die Freizeit in den Ferien zu nutzen, um Einblick in wissenschaftliche Thematiken zu bekommen.

Im Bereich Ökologie haben sie sich näher mit der Insektenwelt beschäftigt. Mithilfe eines Experimentes haben die Schüler an verschiedenen Standorten überprüft, welche Käfer und Spinnen dort zu finden sind. Anschließend wird erforscht, welche Ursachen das Fehlen von Insekten haben könnte. Das macht den Alltag eines Wissenschaftlers greifbar. Gefragter ist das Projekt „Mehr Grips für den Roboter“, bei dem Schüler eigenständig einen Roboter konstruieren. „Für dieses Projekt hätten wir noch mehr Plätze gebrauchen können. Es wird gut nachgefragt“, sagt Heike Postelt von der Zentralen Studienberatung.

Acht Schüler nehmen dafür extra den Weg von Elsterwerda nach Senftenberg auf sich. „Es ist ein spannendes Projekt. Nur das Programmieren ist viel schwieriger als gedacht“, sagt Patrizia Höntzsch. Durch die Studenten lernen sie nützliche Fertigkeiten.

Der gebaute Roboter soll zur „First Lego League“ Anfang Dezember zum Einsatz kommen. Sie sind bereits weit gekommen. Der Roboter fährt eigenständig und löst Aufgaben wie Rohrleitungen wechseln oder ein Scharnier einrasten lassen. Bis zum Wettbewerb bleibt dennoch viel zu tun. Dafür ist Präzisionsarbeit gefragt. „Die Herbstakademie hebt unser Können auf ein ganz anderes Level. Wir können Fragen klären und lernen neue Kniffe“, erzählt Liam Pawlik.