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Haushaltsplan steht für Seestadt Großräschen
Schöne Bescherung: Steuerrekord

Saalhausens Kindergarten bekommt im neuen Jahr räumlichen Zuwachs. Steigende Kinderzahlen haben den Anbau notwendig gemacht. In der Krippengruppe von Erzieherin Manuela Zeume spielen 14 Knirpse im größten Raum der Kita, die damit an die Kapazitätsgrenze stößt.
Saalhausens Kindergarten bekommt im neuen Jahr räumlichen Zuwachs. Steigende Kinderzahlen haben den Anbau notwendig gemacht. In der Krippengruppe von Erzieherin Manuela Zeume spielen 14 Knirpse im größten Raum der Kita, die damit an die Kapazitätsgrenze stößt. FOTO: Steffen Rasche
Großräschen. Gewerbe lässt in Großräschen mit 3,3 Millionen Euro die Haushaltskasse klingeln. Stadtverordnete appellieren an den OSL-Kreistag, die Höhe der Kreisumlage zu senken. Von Andrea Budich

Drei Tage vor dem Fest beschert sich Großräschen selbst. Bei allen Steuereinnahmen klingeln in der Seestadt kurz vor Weihnachten die Kassen. Die Einkommenssteuer hat die magische Schwelle von zwei Millionen Euro geknackt. Und die Gewerbesteuer hat einen Rekordwert von 3,3 Millionen Euro erreicht. Auch für die nächsten Jahre rechnet Großräschens Kämmerer Robert Weidner mit Steuereinnahmen um die sechs Millionen Euro.

Großräschens Wirtschaft geht es gut, es kann kräftig investiert werden. Mit 5,3 Millionen Euro für das Jahr 2018 ist der Investitionsansatz in der Seestadt relativ groß. Die Investitionsquote beträgt 27 Prozent. „Das schafft nicht jede Kommune“, stellt der Kämmerer klar. Zu den Kernprojekten für das Jahr 2018 gehören der Umbau der Kult-Gaststätte „Lausitz“ zum Haus der Caritas, der Ausbau der Oberschule, ein Anbau an den Kindergarten in Saalhausen sowie der Ausbau der Hafenstraße. Insgesamt wird in den kommenden vier Jahren ein Investitionsvolumen in Höhe von 9,3 Millionen Euro erwartet.

Die Mehreinnahmen aus dem überdurchschnittlich hohen Steueraufkommen bringen Großräschen aber zugleich in Bedrängnis. Denn infolge der eigenen hohen Steuerkraft reduziert das Land die Schlüsselzuweisungen spürbar. Das zu erwartende 1,9 Millionen Euro tiefe Haushaltsloch kann Großräschen nur mit einem Griff in die Rücklage ausgleichen. Zur Sparsamkeit drängt Kämmerer Robert Weidner daher trotz der hohen Investitionssummen. Denn zu stemmen sind auch zusätzliche Kosten in Großräschens Schulen und Kitas. Eine knappe Million Euro ist allein dafür veranschlagt. Erstmals sind auch 25 000 Euro für die Hafen-Pflege in den Haushalt eingestellt.

Ein Viertel der Gesamtaufwendungen der Stadt verschlingt allein die Kreisumlage in Höhe von 4,4 Millionen Euro. Nachdem Großräschen seit 2012 ganze 30 Millionen Euro an den Landkreis überwiesen hat, ist es für den Kämmerer jetzt an der Zeit, offensiv mit dem Kreis zu diskutieren. Eine Reduzierung der Kreisumlage um ein Prozent bedeutet für Großräschen immerhin 91 000 Euro. „Dieses Geld könnten wir gut gebrauchen“, argumentiert Weidner. Mit dem Haushaltsbeschluss senden Großräschens Stadtverordnete daher zugleich einen Appell an den Kreistag, die Höhe der Kreisumlage zu überdenken und zu senken - so wie es andere Landkreise in Brandenburg schon tun.

Der Umbau der Gaststätte „Lausitz“ zum Haus der Caritas mit Sozialstation gehört zu den Kernprojekten im 2018er Investitionsplan.
Der Umbau der Gaststätte „Lausitz“ zum Haus der Caritas mit Sozialstation gehört zu den Kernprojekten im 2018er Investitionsplan. FOTO: Steffen Rasche