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| 14:11 Uhr

Schloss Hohenbocka zwangsweise in Dornröschenschlaf geschickt

Auch Hoteldirektorin Ilona Geide aus Lettland hat es nicht geschafft, das Schoss Hohenbocka in sicheres Fahrwasser zu führen.
Auch Hoteldirektorin Ilona Geide aus Lettland hat es nicht geschafft, das Schoss Hohenbocka in sicheres Fahrwasser zu führen. FOTO: Feller
Hohenbocka. Schon wieder hängt beidem im Jahr 2013 mit Millionenaufwand und Fördermitteln fast fertig sanierten Märchenschloss in Hohenbocka der Haussegen schief. Die neu gegründete Betriebsgesellschaft hat Insolvenz angemeldet. Manfred Feller

Das sehenswert hergerichtete Hotelensemble war beim zweiten Versuch lediglich von März 2015 bis Oktober 2016 geöffnet. Davor ist es zwischen 2013 und 2014 in Betrieb gewesen. Das Schloss gehört einer GbR von Andreas Tietz und seinem Vater. Bei den Betreibergesellschaften war Andreas Tietz stets Gesellschafter.

Er sieht zwei Hauptprobleme, warum auch der zweite Anlauf danebengegangen ist. "Es ist schwierig, ausreichend geeignetes Personal für gehobene Ansprüche zu finden", sagt er. Dies gelte besonders für Küche und Service. Es sei auch schwierig, das Preisniveau durchzusetzen. Das Hotel sei zwar nicht klassifiziert, entspreche in der Ausstattung aber mindestens einem 4-Sterne-Haus.

Darüber hinaus sei das Hotel nicht als solches gewachsen, sondern sofort zu 100 Prozent an den Start gegangen. Dazu habe das Marketing nicht gepasst, wisse er heute. Buchungen liefen über das Internet. "Die Monate Mai bis September wurden sehr gut nachgefragt. Wir hatten mehr als 70 Prozent Auslastung", so Andreas Tietz. In den Wintermonaten brach das Geschäft dagegen ein, obwohl die Betriebskosten durch die niedrigen Temperaturen gestiegen sind. Am Ende sei die Kapitaldecke zu kurz gewesen, um die Durststrecken zu überstehen.

Die Eigentümer suchen jetzt nach einer anderen Lösung. "Wir bemühen uns intensiv um neue Mieter oder Pächter. Auch ein Verkauf käme infrage", sagt Andreas Tietz. "Ich bin fest davon überzeugt, dass hier etwas passieren wird." Es gebe gute Gespräche mit Hoteliers aus ganz Deutschland. Möglich wären aber auch alternative Nutzungskonzepte. So könnte aus dem herrlich gelegenen Schloss-Ensemble auch ein konzerninternes Schulungsobjekt werden. Voraussetzung ist das notwendige "Kleingeld". Rund 3,5 Millionen Euro muss der solvente Käufer hinlegen. Und weil bei der Sanierung Fördermittel eingesetzt worden waren, sind zwölf Arbeitsplätze für fünf Jahre zu sichern. Zweieinhalb Jahre sind bereits rum.

Zu dem Ensemble gehören das große Schloss mit Seminarräumen, Restaurant und Einrichtungen für Wellness und medizinische Anwendungen sowie sechs Suiten, das kleine Schloss mit Arztpraxis und elf Zimmern, der ehemalige Pferdestall mit Fitnesszentrum und Appartements, das Sommercafé und die zweite Remise mit russischer Banja.