Das Amtsgericht Senftenberg stellte das Verfahren zwar ein (dadurch kein Vermerk im Führungszeugnis), jedoch mit Auflagen. Der Übeltäter muss an sein Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von 200 Euro in Raten abstottern und darf sich in den nächsten Monaten keine Straftat leisten. Der 21-jährige Auszubildende zum Metallbauer bereut seine Tat und akzeptiert den Denkzettel von Richterin Annett Winkler. Zusätzlich kann der Geschlagene selbst Schmerzensgeld einklagen.

Der Fußballer war Mitte August 2015 beim Spiel der Kreisliga Süd zwischen dem Aufsteiger Meuroer SV und dem SV Grün-Weiß Annahütte ausgerastet. Wenn Ortsnachbarn in einem Derby gegeneinander antreten, dann geht es oft ein wenig heißer zu als sonst. Der Großräschener spielte für Annahütte und schoss in der 59. Minute gar das Siegtor.

Ein wenig später, in der 74. Minute, liefern sich je ein Akteur von Meuro und von Annahütte eine Rangelei, berichtet er dem Gericht. Er wollte einen der beiden wegziehen. In diesem Moment wird er selbst von hinten gepackt und beiseite gezogen. Kaum abgesetzt, holte er zum Schlag aus und traf ein Auge des Herbeigeeilten. Ein Lid riss. Der 25-Jährige musste zur ärztlichen Behandlung in die Notaufnahme des Klinikums gebracht werden. Folgeschäden blieben nicht zurück, sagte er als Zeuge vor Gericht.

Der Großräschener, der nach der Attacke vom Platz geflogen war, hat sich nach eigener Aussage am Folgetag entschuldigt. Er wurde für vier Spiele gesperrt und musste 100 Euro Strafe zahlen. Beim nächsten Derby wolle er lieber nicht auflaufen. Staatsanwaltschaft und Gericht erkennen die Reue und die Einsicht des 21-Jährigen an.