(kw/jag) Ekelfund im Sperrgebiet: In der Nähe des Großen Woobergsees bei Grünewalde sind Schlachteabfälle von Wildschweinen illegal im Wald entsorgt worden. Die Kadaver-Reste liegen verstreut an mehreren Stellen. Eigentümerin der wegen Rutschungsgefahr gesperrten Fläche ist die Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV).

Die Sauerei ist der Behörde bereits bekannt. Wie LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber erklärt, ist der Verursacher festgestellt und zur fachgerechten Entsorgung aufgefordert worden. „Er hat zugesagt, das zu machen“, so Steinhuber.

Tierreste Im Wald sind eine Sauerei und können gefährlich werden. Das hatte auch Wald-Expertin Simone Streubel aus Lauchhammer nach ähnlichen Vorfällen im Landesforstrevier Grünhaus deutlich erklärt. Ein totes Ferkel und wahrscheinlich Kopf und Schwarte des Muttertieres hatte sie vor knapp zwei Jahren gefunden. „Das ist eine Sauerei“, erklärte die Revierleiterin damals. Die Wald-Expertin ist sauer über solches Fehlverhalten. Denn Nutztierhalter, die sich toter Tiere und Schlachtresten im Wald entledigen, erhöhen leichtfertig die Seuchengefahr. Und die Schweinepest ist auf dem Vormarsch.

„Schwarzwild, Fuchs und Wolf fressen Tierreste wie diese und können sich durch den Kontakt selbst anstecken und Viren und Bakterien dann weiter verbreiten“, erklärt die Wald-Expertin, die selbst auch Jägerin ist.

Zum Beseitigen von Tierkadavern gibt es klare gesetzliche Vorschriften. Wer Tiere im Wald einfach tot entsorgt, dem drohen hohe Bußgelder. Das bestätigen die Landkreise. Die Gesetzeskeule könne mit bis zu 100 000 Euro schwer treffen.

Die Veterinärbehörden gehen grundsätzlich davon aus, dass gerade den Nutztierhaltern die Entsorgungsfirmen auch bekannt sind. Informationslücken sind im Notfall schnell mit einem Anruf im Kreishaus zu schließen.

Tierkörperteile wie Knochen und Reste vom Schlachten werden gelegentlich im Wald entdeckt, verendete Haustiere indes seltener. Eine echte Sauerei ist beides.