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Schippel gibt Leitungsposten in der SPD ab

OSL/Potsdam.. Werner-Siegwart Schippel (55) hat gestern seinen Rücktritt vom Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion erklärt. Auch die Führung der SPD-Kreistagsfraktion des Landkreises Oberspreewald-Lausitz hat Schippel niedergelegt.

Der Sozialdemokrat, der seit 1994 dem Landtag angehört und seit 1990 dem OSL-Kreistag, wird Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Lübbenau-Vetschau. Er tritt die Nachfolge des im Juni mit 48 Jahren plötzlich verstorbenen Ingo Naußed an. Die politischen Führungsaufgaben und die Geschäftsführung des großen Sozialverbandes lassen sich nach Schippels Überzeugung zeitlich nicht unter einen Hut bringen.
Wie Schippel mitteilte, hat die SPD-Fraktion im Kreistag sich bereits für den Großräschener Olaf Gunder als neuen Vorsitzenden entschieden. Die SPD-Landtagsfraktion werde bei ihrer September-Klausur den Nachfolger wählen. Die Mandate in Landtag und Kreistag will Schippel weiter behalten, die Netzwerke und Informationen kämen ihm schließlich auch in seiner neuen Funktion zugute.
Werner-Siegwart Schippel hat sich auf Bitten des ASB-Vorstandes dazu entschieden, dem Sozialverband den Vorzug vor seinen politischen Spitzenämtern zu geben. Das bedeutet auch, dass er den ASB-Vorstandsvorsitz in Lübbenau-Vetschau niederlegen wird. Ehrenamtliche und hauptamtliche Funktion seien nach den Statuten nicht miteinander vereinbar. Im November soll beim ASB ein neuer Vorstand gewählt werden. Die ASB-Geschäftsführung wird Schippel ab September kommissarisch wahrnehmen, ab 15. Oktober in hauptamtlicher Funktion. Schip pel betrachtet die Führung des Verbandes vor dem Hintergrund des Wandels in der Pflege als wichtige Herausforderung. Der ASB Lübbenau-Vetschau betreibt mit rund 250 Mitarbeitern unter anderem zwei Seniorenheime in Lübbenau und Vetschau, das Kinderheim Boblitz, eine Sozialstation und den Behindertenfahrdienst.
Natürlich sei er vor dieser Entscheidung „hin- und hergerissen“ gewesen, gestand Schip pel. Er habe sich sehr gefreut, dass Landtagskollegen auch anderer Fraktionen seinen Abschied aus der SPD-Fraktionsführung bedauert hätten. Schippel: „Das war schon sehr bewegend.“ (ka)