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| 14:13 Uhr

Schipkauer haben schon zwei Millionen Euro Windgeld kassiert
Zum letzten Mal Kohle für den Wind

Die Parade der Windräder gehört zum Klettwitzer Dorf-Panorama dazu. Geplant ist, dass zehn  neue Windgiganten sich dazu gesellen. Der Kirchturm wird schon jetzt bei weitem überragt.
Die Parade der Windräder gehört zum Klettwitzer Dorf-Panorama dazu. Geplant ist, dass zehn neue Windgiganten sich dazu gesellen. Der Kirchturm wird schon jetzt bei weitem überragt. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Schipkau. Schipkauer haben fünf Jahre lang mitverdient am Wind vor ihren Haustüren. Zwei Millionen Euro wurden bisher ausgezahlt. Was nach dem Wind-Bonus kommt, ist noch ungewiss. Aber ist gibt eine Reihe neuer Ideen. Von Andrea Budich

Die Großgemeinde bleibt hart am Wind.  Dem Bürgerbonus geht  nach vier Jahren und bereits ausgezahlten zwei Millionen Euro  „Wind-Geld“ noch nicht die Puste aus. In diesen Tagen ist der fünfte – und damit voraussichtlich letzte Jahrgang des mit dem Windpark Klettwitz verbundenen Bürgerbonusmodells gestartet.

Der Betreiber des Windparks, die Klettwitz Green Energy GmbH (KGE) aus dem niedersächsischen Leer, wirbt  mit  der klingenden Münze  bei jedem Einwohner  um Akzeptanz für immerhin 53 gigantischen Windräder  auf der  Klettwitz-Kostebrauer Hochfläche in vier Einzel-Windparks. Als zusätzliches Weihnachtsgeld für die Schipkauer  werden dabei  allen 6800 Einwohnern der Gemeinde wiederholt  80 Euro pro Jahr ausgezahlt. Das ist landesweit in Brandenburg  einmalig.

Schipkaus Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) freut sich, dass das Bürgerbonusmodell jetzt bereit im fünften Jahr in Folge pünktlich startet. Zugleich betont er, dass es sich auch in diesem Jahr wieder um ein Angebot in Regie des Windparkbetreibers handelt. „Und dies, obwohl die ursprünglichen wirtschaftlichen Planungen des Investors durch Gesetzesänderungen und behördliche Auflagen stark beschnitten wurden“, erklärt der Bürgermeister.

Schipkau hat als Gemeinde selbst eine knapp 120 Hektar große Fläche auf der Hochkippe Klettwitz erworben. In der Folge entstanden hier acht Windenergieanlagen. Windparkwart Henry Löwenherz (r.) und Bürgermeister Klaus Prietzel verständigen sich regelmäßig über die Windenergienutzung auf der gemeindeeigenen Fläche.
Schipkau hat als Gemeinde selbst eine knapp 120 Hektar große Fläche auf der Hochkippe Klettwitz erworben. In der Folge entstanden hier acht Windenergieanlagen. Windparkwart Henry Löwenherz (r.) und Bürgermeister Klaus Prietzel verständigen sich regelmäßig über die Windenergienutzung auf der gemeindeeigenen Fläche. FOTO: Gemeinde Schipkau / Martin Konzag

Rund 95 Prozent der Schipkauer Einwohner haben in den zurückliegenden vier Jahren den Bonus beantragt. In der Bilanz flossen damit inzwischen fast zwei Millionen Euro in das Gemeindegebiet.  

Passend zu dieser akzeptanzfördernden Maßnahme stehen die Projektbeteiligten schon wieder in den Startlöchern. Grund dafür ist die soeben vom Landesamt für Umwelt erteilte Baugenehmigung für weitere zehn Windräder. Diese sollen sich an den bestehenden Windpark in südliche und westliche Richtung nach Kostebrau anschließen. „In trockenen Tüchern ist dies aber noch nicht“, so Ralf Heinen Geschäftsführer der KGE. Denn gemäß Gesetzeslage muss der Vorhabenträger nun mit seinem Projekt zunächst eine Auktion durchlaufen und es am Energiemarkt wirtschaftlich platzieren. Erst danach wollen Betreiber und Gemeinde entscheiden, auf welche Weise zukünftig die Schipkauer vom Windpark profitieren. „Es gibt da schon eine Reihe von Ideen“, zeigt sich Bürgermeister Klaus Prietzel zuversichtlich. Dass die Schipkauer auch künftig, wenn auch mit anderen Modellen, am Wind mit verdienen, steht für das Gemeindeoberhaupt indes außer Frage.