Am Drehbuch wird noch geschrieben. Die Konzept entwicklung läuft, die ersten Bilder sind eingesammelt. Ob Komparsen gebraucht werden, steht noch nicht fest. Nur so viel: Die Filmpremiere für den fünf bis sieben Minuten langen Streifen hat Ideengeber Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) noch vor Weihnachten angesetzt.

Die Filmproduktionsfirma, die den Werbefilm über das Leben in der Großgemeinde dreht, hat als kleinen Ableger ein Studio in Annahütte. Sobald die Dreharbeiten beendet sind, wird das Rohmaterial am Firmenhauptsitz in Amsterdam bearbeitet und erhält dort den Feinschliff.

Von Annahütte nach Amsterdam - dahinter steckt die Geschichte von Ton und Beatrix Kersten. Von ihrer neuen Heimat fasziniert, stecken sie neben dem Know-how aus der Filmbranche auch ziemlich viel Herzblut in das Projekt.

Das Paar aus Holland ist vor 13 Jahren durch eine kleine Zeitungsannonce auf die zum Verkauf stehende Fabrikantenvilla in Annahütte aufmerksam geworden. "Wir wussten nicht, was wir taten", kommentiert Ton Kersten (64) den Kauf der Heyevilla, die damals einer Ruine glich. Bei Ehefrau Beatrix (44) war es Liebe auf den zweiten Blick, wie sie schmunzelnd zugibt. Denn ihr war schon beim ersten Besichtigungstermin klar, dass "wir mindestens ein Jahrzehnt schuften müssen", um aus dem Abrisskandidaten eine Bleibe zu machen. Die Heyevilla erstrahlt inzwischen in altem hochherrschaftlichen Glanz.

Annahütte ist zum Hauptwohnsitz des Paares geworden. Nach Amsterdam zur kleinen Zweitwohnung mitten in der Stadt und zum Stammsitz ihrer Firma "Keos Film" pendeln die beiden höchstens noch einmal im Monat. Acht Stunden brauchen sie für die 750 Kilometer von Annahütte nach Amsterdam.

Das Filmemachen ist für das eingespielte Team nicht neu. Er ist Produzent, Cutter und Regisseur, sie recherchiert, textet und spricht. Mehrere Hundert Filme haben sie so produziert. Fürs Fernsehen, für Sport-Großveranstaltungen, für Unternehmen und Unis. Beim New Yorker Filmfestival räumen sie 2011 für einen Film über Frauenhandel und seine Vorführung im Rotlichtmilieu von Amsterdam sogar einen Golden und Silver Award ab.

Neu indes sind die Projekte von Ton und Beatrix Kersten in ihrer Wahlheimat Annahütte. Nachdem die Fabrikantenvilla fast fertig aus- und umgebaut ist und die kleine Pension gut läuft, haben die zwei den Kopf wieder frei fürs Filmemachen - ihrer eigentlichen Mission. Ihren Debütfilm in der neuen Heimat haben sie zum Jubiläum des Netzwerkes Gesunde Kinder im Frühsommer abgedreht und dafür viel Beifall eingeheimst. In Arbeit ist derzeit ein Film, der im Auftrag des Gesundheitszentrums Niederlausitz Werbung für Landärzte machen soll.

Die beiden kreativen Produzenten wollen auch beim Film über die Großgemeinde Schipkau ausgetretene Pfade verlassen. "Es wird kein geleckter Imagefilm", sagt Beatrix.

Sie bastelt fleißig am Konzept und hofft, dass sich "die Schipkauer noch rühren". Will heißen: Sie ist hungrig auf Anregungen und Ideen aus den Ortsteilen, aus Vereinen und Bürgerhäusern. Was ihr Film unbedingt erzählen soll, sind Geschichten über die Menschen, die in Schipkau leben, arbeiten und Visionen entwickeln. Der Film soll dabei so authentisch wie möglich sein.

Darüber nachzudenken, was die Gemeinde Schipkau ausmacht, was das Besondere und Unverwechselbare ist, macht dem Paar sichtlich Spaß. Und im Grunde sind die Holländer mit Wohnsitz in Annahütte ja ein Teil des Films.