| 02:44 Uhr

Schipkau lehnt Aufnahme ins Siedlungsgebiet ab

Schipkau. Die Gemeindevertretung Schipkau lehnt die vom Rat der Sorben und Wenden angestrebte Aufnahme der Gemeinde in das Siedlungsgebiet der Minderheit klar ab. Dies haben die Abgeordneten in ihrer jüngsten Sitzung im Schipkauer Bürgerzentrum in der Vorwoche beschlossen. Andrea Budich

Schon zuvor hatten alle sechs Ortsbeiräte das Ansinnen abgelehnt. Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) gab dieses Votum inzwischen fristgemäß an das dafür zuständige Kulturministerium weiter.

"Seitens der Gemeinde akzeptieren wir den völlig legitimen Antrag des Rates natürlich", so Prietzel. Die Gemeindevertretung bleibe jedoch bei der Auffassung, dass im Gemeindegebiet keine sorbisch-wendischen Strukturen mehr existieren. Schipkau war mit seinen heutigen Ortsteilen eine der Keimzellen des Lausitzer Bergbaus, der ab 1860 Tausende neue Einwohner aus ganz Deutschland und Polen anzog. "Seither existiert keine wendisch dominierte Einwohnerschaft mit eigener Sprache und Kultur mehr", erklärt Prietzel. Schipkau blickt nun gespannt nach Potsdam. Dort hat der Landtag das letzte Wort.