ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:17 Uhr

Autobahnlärm macht Schipkauer krank
Schipkau: Autobahn-Krach bleibt

Zugewucher, fast wie bei Dornröschen, soll die Schipkauer Lärmschutzwand zumindest einen Teil der Bewohner des Pirschweges vor dem Autobahn-Lärm schützen. Vor 20 Jahren gebaut, werden die inzwischen umfangreichen Schäden an den Holzelementen derzeit instandgesetzt. Für die Pirschweg-Bewohner bleibt indes alles beim Alten: Der Verkehr donnert vorbei. Der Lärm mindert zunehmend ihre Lebensqualität.
Zugewucher, fast wie bei Dornröschen, soll die Schipkauer Lärmschutzwand zumindest einen Teil der Bewohner des Pirschweges vor dem Autobahn-Lärm schützen. Vor 20 Jahren gebaut, werden die inzwischen umfangreichen Schäden an den Holzelementen derzeit instandgesetzt. Für die Pirschweg-Bewohner bleibt indes alles beim Alten: Der Verkehr donnert vorbei. Der Lärm mindert zunehmend ihre Lebensqualität. FOTO: Steffen Rasche
Schipkau. 180 000 Euro teure Reparatur der Lärmschutzwand löst bei Anwohnern nur wenig Freude aus. Schipkauer fordern Erweiterung der bestehenden Wand sowie ein Tempolimit. Von Andrea Budich

Sie passt wieder, wackelt und hat Luft. Die derzeit laufende 180 000 Euro teure Reparatur der Schipkauer Lärmschutzwand an der Autobahn löst bei den Bewohnern aus dem angrenzenden Wohngebiet am Pirschweg dennoch keine Freude aus. Die klaffenden Löcher in den über die Jahre weggefaulten Holzelementen verschwinden zwar. Was aber bleibt, ist der Autobahnlärm, der den Anwohnern trotz der aufwändigen Instandsetzung rund um die Uhr um die Ohren fliegt.

Denn nur ein Teil der Schipkauer Einfamilienhäuser wird von der Wand geschützt. Der andere Teil muss den Krach ungefiltert schlucken. Das Autobahn-Getöse fällt direkt auf ihre Terrassen. Genau aus diesem Grund hat die Gemeinde in den Vorjahren mehrfach versucht, eine Erweiterung der Wand in nördliche Richtung beim zuständigen Landesbetrieb für Straßenwesen durchzusetzen. Vergeblich.

Bei den Pirschweg-Bewohnern donnert der Autobahnverkehr indes an den Grundstückskanten so nah vorbei, dass sie sich die Ohren zuhalten müssen. „Am schlimmsten ist es bei Ostwind und in den Nächten zum Montag“, bestätigt Sylvia Franzek. Anstatt der Reparatur hätte sie wie ihre Nachbarn viel lieber den Bau einer längeren und höheren Wand gesehen. Damit es wenigstens nachts leiser wird und die Fenster nicht immer geschlossen bleiben müssen, machen sich die Schipkauer auch für Tempo 120 auf der bisher freien Strecke stark. Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) ist ein Befürworter dieses Vorstoßes. „Die Gemeinde wird beim Landesbetrieb für Tempo 120 Druck machen“, verspricht er. Um der Forderung mehr Nachdruck zu verleihen, wird im Pirschweg über eine erneute Unterschriftensammlung nachgedacht. „Da würde halb Schipkau mit unterschreiben“, ist sich Sylvia Franzek sicher.

Argumente dafür, warum die Streit-Wand mitten im Gelände endet, führt Cornelia Mitschka als Presseprecherin des Landesbetriebes Straßenwesen ins Feld. Die Wand war 1997/98 nach dem Anbau eines Standstreifens an die Autobahn errichtet worden. Eine schalltechnische Untersuchung hatte damals ergeben, dass nur einzelne Grundstücke Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen haben. Die Bedingungen waren nur dort erfüllt, wo Pegel von über 60 Dezibel des Nachts und zusätzlich geringe Pegelerhöhungen ermittelt wurden. Mitschka verweist zudem darauf, dass Lärmschutzansprüche immer an den Neubau bzw. die wesentliche Änderung einer Autobahn gebunden sind. Im Schipkauer Falll sprechen zudem die Ergebnisse der Bundesverkehrswegezählung gegen eine Verlängerung der Wand. Denn die letztmals 2015 ermittelte Verkehrsstärke von 34 300 Fahrzeugen am Tag liegt immer noch im Prognosebereich. Der Schwerverkehrsanteil sogar noch deutlich darunter.