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| 01:02 Uhr

Sanierer versenken Berg im Restloch

Lauchhammer.. In den nächsten zehn Jahren wird das Grundwasser im Raum Lauchhammer seinen Endstand erreichen. Hier etwas schneller, dort langsamer. Gegengesteuert wird vor allem dort, wo Gefahr droht, wie bei der so genannten 1008-Kippe. Von Manfred Feller

Sie liegt im unwegsamen Hinterland zwischen Lauchhammer-Ost und Schwarzheide-West. Der Abraumberg ist in Metern etwa genau so lang wie er heißt, hat aber seinen Namen vom Absetzer, der ihn vor Jahrzehnten aufgeschüttet hat. Ohne die im September begonnene Sanierung bliebe das lockere „Gebirge“ grundbruch- und setzungsfließgefährdet. Angesichts des ansteigenden Grundwassers könnten eines Tages mehrere 100 000 Kubikmeter Erdmassen in Bewegung geraten - und das in nicht allzu großer Entfernung zum Industrie- und Gewerbegebiet Lauchhammer-Ost.
Dieses Risiko geht niemand ein, zumal das Gelände gern von Naturfreunden und Pilzsammlern aufgesucht wird. Selbst jetzt, während der Arbeiten mit schwerer mobiler Erdbautechnik, „verirren“ sich dorthin trotz der Verbotsschilder Neugierige, berichtet die Bauleitung des ausführenden Unternehmens aus Espenhain (Mitteldeutsche Braunkohle-Strukturfördergesellschaft mbH). Die Kettenfahrzeuge bewegen sich hart am Hang und die Kipper im Affenzahn rauf und runter. Wer dort nichts zu suchen hat, steht zwangsläufig plötzlich im Weg . . .
Die 1008-Kippe wird bis weit in das Jahr 2007 hinein bearbeitet, informiert Udo Koalick, Projektmanager bei der Auftraggeberin LMBV. Es sind insgesamt eine Million Kubikmeter Kippenmassen zu bewegen. Drei Viertel dieser Menge, die vor Ort nicht gebraucht werden, transportieren Lastwagen nach Lauchhammer-West. Dort muss der ehemalige Tagebau Mückenberg (Restloch 40) verfüllt werden. Die Transporte beginnen in diesem Monat, wenn auf dem 63 Hektar großen Gelände Baufreiheit geschaffen worden ist. Es muss großflächig geholzt werden. Damit wird jetzt begonnen.
In das Restloch wurde nach LMBV-Angaben bis 1952 Kohletrübe eingespült. Die etwa sechs Meter starke Schicht wird bereits von Grundwasser überdeckt. Wer da hineinfällt, versinkt. Um den Untergrund zu stabilisieren, werden Baumstubben hineingekippt. Erst dann folgen Erdmassen. Der ehemalige Tagebau wird drei Meter über dem zu erwartenden Grundwasser-endstand zugedeckt.
Die Erdmassentransporte von der 10008-Kippe erfolgen nicht kreuz und quer über das öffentliche Straßennetz, beruhigt die LMBV. Es werden überwiegend betriebliche und Landesstraßen genutzt.
Route 1: L 60, Lauchhammer-Nord, Weinbergstraße und ehemalige Gleistrasse zum RL 40.
Route 2: Ausgang Schwarzheide-West, Lauchhammer-Ost, MAN-Straße Richtung Gewerbegebiet Süd, Gleis- und Bandstraße zum RL 40.
Im November und Dezember werden die ersten 50 000 Kubikmeter per Lkw bewegt.