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Sanfter Spreng-Angriff auf instabile Innenkippen startet

Vor nunmehr vier Jahren ist die Erde auf saniertem Kippenareal zwischen Bergen und Spreetal ins Wanken geraten. Instabile Flächen in der Bergbaufolgelandschaft wie diese sollen jetzt mit einem neuen Sprengverfahren sicher gemacht werden.
Vor nunmehr vier Jahren ist die Erde auf saniertem Kippenareal zwischen Bergen und Spreetal ins Wanken geraten. Instabile Flächen in der Bergbaufolgelandschaft wie diese sollen jetzt mit einem neuen Sprengverfahren sicher gemacht werden. FOTO: Peter Radke/LMBV
Die Bergbausanierer gehen zum sanften Spreng-Angriff auf die instabilen Innenkippen der Lausitz über. Das bestätigt Uwe Steinhuber, der Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Kathleen Weser

Senftenberg. Die großflächige Nachsanierung von land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen auf gekipptem Boden der Bergbaufolgelandschaft wird jetzt mit einer neuen Technologie in Angriff genommen. Das hat LMBV-Chef Klaus Zschiedrich angekündigt. Zuerst werden Areale im Raum der Tagebaufelder Seese-Ost und West (Dahme-Spreewald) sowie Spreetal (Bautzen) bearbeitet. Hier hatte die sanierte Erde vor knapp vier Jahren auf bereits fertig sanierten Kippenflächen gewaltigen Ausmaßes unerwartet nachgegeben. Mit sanften Sprengverdichtungen gehen die Sanierer nun ans Werk, um das Erdreich dieser Flächen schonend nochmals in ein festeres Korngefüge zu zwingen.

Die Bergbausaniererin ist für die gewaltige Aufgabe auch noch auf der Suche nach Firmen, die das Flächensprengen von Kippen leisten können. Das bestätigt der Unternehmenssprecher.

"Im Vorfeld der Ausschreibungsverfahren, an die die LMBV als öffentlicher Auftraggeber selbstverständlich gebunden ist und bleibt, führen wir eine Informationsveranstaltung zur schonenden Sprengverdichtung und den geplanten Sanierungsabläufen für interessierte Bauunternehmen durch", kündigt er an. Mit dem Verfahren beschreiten die Sanierer Neuland. Nach berechneten Rastern werden oberflächennah Sprengladungen in den Kippenboden eingebracht und gleichzeitig gezündet. Das Korngefüge im Boden der so behandelten Bergbau-Areale rutscht dabei dichter zusammen. Die Flächen setzen sich weiträumig und vor allem zusammenhängend. Und das erzeugte Erdnagel-Raster sichert die Kippe. Diese Technologie ist so schonend, dass selbst auf mit Wald bewachsenem Kippenland während der Sprengung und des Absenkens des Bodens kein Baum umfällt. Derzeit sind in Brandenburg und Sachsen noch 17 000 Hektar Kippenflächen als Sperrgebiet ausgewiesen.

Weitere Informationen: www.lmbv.de