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| 06:00 Uhr

Der Rundschau Adventskalender
Die Ortrander Stadtgeschichte wie gemalt

 Der Künstler Joachim Schmidt kommt in seinem Wandgemälde in zwei Selbstportäts vor: als Pestopfer und als Clown.
Der Künstler Joachim Schmidt kommt in seinem Wandgemälde in zwei Selbstportäts vor: als Pestopfer und als Clown. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Ortrand. Im RUNDSCHAU-Adventskalender geht jeden Tag eine Tür auf, und wir schauen, was dahinter liegt. Heute: das Rathaus in Ortrand.

In  dem Wandgemälde von Joachim Schmidt, das im Ortrander Rathaus die Geschichte der Stadt im Schraden darstellt, stimmen Stil und Sujet zumindest insofern überein, als beide zwischen zwei Polen changieren. Stilistisch wandelt die Wandmalerei zwischen Expressionismus und Kitsch. Und die gezeigten Szenen lehnen sich an manchen Stellen an konkrete Ereignisse wie die Verwüstung der Stadt durch die Hussiten 1429 und 1438 an, während sie an anderen die Gegebenheiten in groben Zügen darstellen.

Die historische Genauigkeit des Gemäldes leidet dabei manchmal darunter, dass ganz detaillierte Informationen fehlen. Aber auch die räumlichen Gegebenheiten des Flurs im Rathaus, das 1840 nach einem großen Stadtbrand zwei Jahre zuvor neu gebaut wurde, nehmen darauf Einfluss. So fiel die Darstellung der Tuchmacher in der Reihe der prägenden Handwerke der entstehenden Stadt einem Bogen zum Opfer, der im Plan des Malers nicht vorkam, wie Danny Duismann erzählt. Er ist Vorsitzender des Heimatvereins in Ortrand und sichtlich stolz auf das Wandgemälde und die anderen Werke von Joachim Schmidt, die sich in Ortrand befinden und im Heimatmuseum dort ausgestellt sind.

Letzteres trifft allerdings nicht auf die etwa zwei Meter hohe Bronzefigur „Befreiung von Äußeren Zwängen“ zu. Diese wird aktuell verwahrt, um sie vor Metalldieben zu schützen. Doch Duismann ist optimistisch, das in naher Zukunft ändern zu können: „Sie ist der Stadt unter der Maßgabe geschenkt worden, sie öffentlich zu zeigen. Ich hoffe, dass wir dieses Versprechen bald wieder erfüllen können.“