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| 15:25 Uhr

Großbaustelle Bahnhof Ruhland
Ruhlands Bahnhof geht ins Finale

Ruhlands Bahnhofs-Baustelle bleibt 2018 ein Nadelöhr. Der 70-Millionen-Euro-Umbau geht mit dem Neubau der zweiten Bahnbrücke über die Bernsdorfer Straße in die finale Phase. Der Abriss der alten Widerlager läuft derzeit.
Ruhlands Bahnhofs-Baustelle bleibt 2018 ein Nadelöhr. Der 70-Millionen-Euro-Umbau geht mit dem Neubau der zweiten Bahnbrücke über die Bernsdorfer Straße in die finale Phase. Der Abriss der alten Widerlager läuft derzeit. FOTO: Steffen Rasche
Ruhland. Zum Endspurt auf der Großbaustelle gehört der Neubau des letzten Teils der Eisenbahnbrücke über die Bernsdorfer Straße. Ruhland springt auf den Zug auf und investiert in ein schmuckes Bahnhofsumfeld. Von Torsten Richter-Zippack

Gute Nachrichten von der Ruhlander Bahnhofsbaustelle: Im Oktober soll das Großvorhaben weitestgehend vollendet sein. Die finalen Arbeiten haben inzwischen begonnen. Kleiner Wermutstropfen: Die geplanten Arbeiten erfordern erneut Einschränkungen im Zugverkehr.

Für dieses Jahr hat sich die Deutsche Bahn in Ruhland eine Menge vorgenommen. Nach Angaben von Erika Poschke-Frost, Bahnsprecherin für Mitteldeutschland, konzentrieren sich die Arbeiten vor allem auf den Neubau des letzten Teils der Eisenbahnbrücke über die Bernsdorfer Straße. Darüber hinaus erfolgen die Erneuerung mehrerer Weichen sowie eines Gleises. Des Weiteren sei mit der Vollendung der Bahnsteige eins und zwei sowie drei und vier zu rechnen. Diese sollen in südwestliche Richtung, also zum alten Wasserturm hin, verlängert werden. Zudem werde der Umbau der Oberleitung in Angriff genommen. Nicht zuletzt sorge die Bahn dank neuer Lampenmaste für mehr Licht. Außerdem sei die Erneuerung des Bahnübergangs im benachbarten Schwarzbach vorgesehen.

„Für diese Arbeiten werden auch weiterhin Einschränkungen für den Zugverkehr notwendig“, teilt Erika Poschke-Frost mit. Die Sperrungen sollen rechtzeitig angekündigt werden und sich weitestgehend auf die verkehrsärmeren Wochenenden beschränken.

Im Oktober dieses Jahres werde das Großprojekt vollendet sein. Dann gehe das elektronische Stellwerk komplett ans Netz. Der Clou: Die Anlage werde mit der ebenfalls in Betrieb gehenden elektrifizierten Bahntrasse zwischen Knappenrode und der deutsch-polnischen Grenze verknüpft. Diese diene vor allem dem Güterverkehr zwischen West, Mittel- und Osteuropa. Bis voraussichtlich Ende des Jahres 2019 wolle die Bahn alle weiteren noch ausstehenden Arbeiten, beispielsweise die Fahrbahnerneuerung in der Bernsdorfer Straße im Bereich der beiden neuen Bahntrassen, abschließen.

Die Modernisierung des Ruhlander Bahnknotens erfolge in neun Etappen. Unter anderem wurden in den vergangenen Monaten mehr als 50 große Lichtsignale aufgestellt. Darüber hinaus erfolgte die Erneuerung von Gleisen, Weichen sowie Signal- und Regelungstechnik. Die beiden Mittelbahnsteige wurden auf einer Länge von jeweils 110 Metern erneuert sowie barrierefrei ausgestattet. Die alten Bahnsteigdächer konnten zwar nicht gerettet werden, dafür seien ihre Nachfolger den „Originalen“ nachempfunden. Hinzu gesellen sich neue Aufzüge, eine Rampe vom Bahnhofsvorplatz zu den Bahnsteigen sowie der Bau eines neuen Personentunnels. Die komplette Anlage präsentiere sich barrierefrei. Zudem sei der Ein- und Ausstieg in die Züge ohne Stufen möglich.

Das Amt Ruhland unterstützt indes den Um- und Neubau des Bahnknotens nach Kräften. Dabei geht es in erster Linie um die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes. Nach Angaben von René Mehl, Leiter des Amtes für Bau und Geoinformation, solle die alte Stützmauer abgerissen werden, die derzeit noch den Bahnhofsvorplatz prägt. Ebenso soll der Rückbau der dortigen Verladerampe erfolgen. Sobald das Baufeld freigelegt ist, starte ebenfalls in diesem Jahr der Bau eines Parkplatzes mit 41 Pkw-Stellflächen. Diese Arbeiten sollen laut René Mehl noch 2018 vollendet werden. Während der Bauarbeiten werde es provisorische Stellflächen geben. Der Bahnhofsvorplatz erhalte im kommenden Jahr sein endgültiges Antlitz. Bis dahin sollen 106 Pkw-Parkplätze geschaffen werden. Damit würden die Ideen, die bereits aus dem Jahr 2009 stammen und 2013 konkretisiert wurden, jetzt endlich umgesetzt.