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| 02:50 Uhr

Ruhlander Oberschüler testen sich als Unternehmer

Das Team vom Snowpalace, dem Laden rund um Snowboards für Mädchen. Hier: Sarah und Elisa Opitz und Michelle Musiol, rechts Gruppenleiter Boris Bocheinski.
Das Team vom Snowpalace, dem Laden rund um Snowboards für Mädchen. Hier: Sarah und Elisa Opitz und Michelle Musiol, rechts Gruppenleiter Boris Bocheinski. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Ruhland. Eine ganze Woche lang versetzten sich die Schüler der beiden 10. Klassen der Ruhlander Oberschule in die Lage eines sich gründen wollenden Kleinunternehmens. Ziel der Projektwoche mit dem Thema "Existenzgründung" war die Ausarbeitung ihres fiktiven Unternehmens nach den Gesichtspunkten von Machbarkeit, Umsetzungsmöglichkeiten oder Finanzierung. Mirko Sattler / sam1

Mit einer IT-Firma wollen Max Rutkowski, Tom Pförtner, Toni Schuster, Vanessa Jurisch und Felix Ducke an den Markt gehen. Die fünf Jugendlichen wollen sich mit ihrem selbstprogrammierten Kassensystem behaupten und wählten für ihr kleines Unternehmen die Rechtsform der Unternehmensgesellschaft. "Wir bieten unseren Kunden Software und Hardwarelösungen in den gängigsten Programmiersprachen an. Zudem kann man bei uns noch ein Wartungspaket dazubekommen", so Projektmanager Tom Pförtner, der die virtuelle Firma leiten würde.Mit einem Startkapital von 24 000 Euro ausgestattet, soll der Traum realisiert werden. Abzüglich der Erstausgaben bleibt den Jugendlichen ein Grundkapital von 14 000 Euro zur Verfügung. "Im ersten Jahr würden wir ein Gewinn von 3400 Euro erwirtschaften, den wir dann im zweiten Jahr auf 15 000 Euro erhöhen würden", so Tom Pförtner. Er präsentierte an Hand einer Folienpräsentation der Jury die Firma.

"Diese ganz andere Unterrichtsform führen wir so zum vierten Mal durch. In den letzten drei Jahren unterstützten uns dabei die allgemeine Jugendberatung als Bildungsträger und eine Unternehmensberatung aus Berlin", verrät Schulleiter Gisbert Büttner. Im Zuge der Berufsvorbereitung wurde dieses IOS-Projekt (Initiative Oberschule) vom Europäischen Sozialfond und vom Land Brandenburg gefördert und finanziert. So unterschiedlich wie Schüler der 10 Klasse sind, so unterschiedlich waren auch die Unternehmen, die sie gründen wollen. So waren unter den insgesamt sieben Unternehmen neben der IT-Firma beispielsweise auch ein Modeladen, ein Kleintierladen oder eine Cocktailbar. "Die fachkundige Jury schaut bei der Präsentation der einzelnen Gruppen zum Beispiel auf ihre Geschäftsidee, den Inhalt der Präsentation oder die Vortragsweise. Insgesamt 40 Punkte hat jedes der vier Jury-Mitglieder für alle Bewertungskriterien", so Eberhard Mutscheller von der mpr-Unternehmensberatung aus Berlin, die das Oberschulprojekt in Ruhland betreut. Mit einem Geschäft, das alles rund ums Snowboarden anbietet, wollen Sarah und Elisa Opitz sowie Michelle Musiol den Sprung in die Selbstständigkeit schaffen. "Mit unserem Snowpalace wollen wir vor allem die Mädchen in Sachen Wintersport ansprechen. In zahlreichen Läden werden sie derzeit noch vernachlässigt. Neben Snowboard, den passenden Schuhen und Bindungen wollen wir auch Brillen, Thermosachen, Protektoren und weitere Sachen rund um den Wintersport anbieten", verrät Sarah Opitz. Natürlich sollen die Männer und Kinder nach Aussage der Unternehmensgründerinnen nicht ganz vernachlässigt werden. "Da die Boards mit Bindung derzeit für 500 Euro angeboten werden, wollen wir unsere Preise so gestalten, dass sich auch weniger reiche Menschen diesen Sport leisten können", fügt Elisa Opitz an. Die drei 15-jährigen Mädchen wissen, wovon sie sprechen, sind sie doch ambitionierte Wintersportler. Am Ende schafften sie mit ihrer Firmenvorstellung mit 121 Punkten nur den zweiten Platz nach der Geschäftsidee des Kleintierladens "Heimatbiene" mit 123 Punkten.