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| 16:35 Uhr

Straßenausbau beschäftigt Petitionsausschuss des Landes
Ruhlander Aufreger-Piste bleibt

Der Zustand der Bernsdorfer Straße hinter der Bahnunterführung in Richtung Guteborn ähnelt der einer Baustraße: tiefe Löcher, zerfahren, Straßenkanten abgebrochen, erhebliche Absenkungen. Die Landesstraße 57 wird genauso bleiben, wenn im Sommer die Bauleute abrücken, die die Kreuzungsbereiche an den Brücken erweitern und ausbauen. Das Verständnis dafür tendiert in Ruhland gegen Null.
Der Zustand der Bernsdorfer Straße hinter der Bahnunterführung in Richtung Guteborn ähnelt der einer Baustraße: tiefe Löcher, zerfahren, Straßenkanten abgebrochen, erhebliche Absenkungen. Die Landesstraße 57 wird genauso bleiben, wenn im Sommer die Bauleute abrücken, die die Kreuzungsbereiche an den Brücken erweitern und ausbauen. Das Verständnis dafür tendiert in Ruhland gegen Null. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Ruhland. Ausbau der Landesstraße 57 in Richtung Guteborn bleibt in Warteschleife. Anlieger haben Beschwerde beim Petitionsausschuss des Landes eingelegt. Die Ministerin ist eingeschalten. Von Andrea Budich

Das versteht in Ruhland niemand: Nach zweijähriger Dauer­baustelle mit Ampel-Nadelöhr vor und hinter den Bahnbrücken am Elsterbogen wird das schlechteste Fahrbahnstück auf der Landesstraße 57 in Richtung Guteborn weder ausgebessert noch grundhaft saniert.

Ruhlands Aufreger-Piste mit tiefen Löchern, abgebrochenen Kanten, fehlenden Borden und Absenkungen bleibt in dem schlechten Zustand wie vor der mehrjährigen Großbaustelle. Vom Umleitungsverkehr mit großem Schwerlaster-Anteil zusätzlich zerdonnert, ist der Bauzustand des Teilstücks der Bernsdorfer Straße inzwischen so schlecht, dass der Nicht-Ausbau politische Wellen schlägt.

Zum großen Baufinale rund um die beiden Bahnbrücken wird in diesem Sommer geblasen. Die Arbeiten an den Borden und den Entwässerungsanlagen sind im Gange. Gehwege und Seitenbereiche sind bereits fertiggestellt. Für den Straßenausbau in den Einmündungsbereichen wird es in den Sommerferien vom 9. Juli bis zum 9. August eine Vollsperrung geben. Die neuen Brückendurchfahrten, in denen früher die Schwerlaster regelmäßig stecken blieben, sollen noch in diesem Jahr für den Verkehr freigegeben werden.

Was aber bleibt, ist der jämmerliche Zustand der Anschlussstraßen. „Dass ausgerechnet das schlechteste Stück nicht angefasst wird, ist für Ruhland sehr ärgerlich und nicht nachvollziehbar“, bestätigt Amtsdirektor Roland Adler. Er hat bei der jüngsten Stadtverordnetenversammlung die Abgeordneten darüber informiert und auch beim Landesbetrieb Straßenwesen nachgehakt.

Dort ist der schlechte Zustand der L 57 bekannt. „Die Landesstraße muss aber Bestandteil separater Ausbaumaßnahmen sein“, sagt Dezernatsleiter Steffen Kleiner. Der Chef-Planer erklärt, warum das Teilstück der Bernsdorfer Straße im Zuge des derzeitigen Brückenbaus unangetastet bleibt. Der Landesbetrieb als zuständiger Baulastträger der Straße ist zwar Beteiligter der Eisenbahnkreuzungsmaßnahme für die Erneuerung der Bahnüberführungen. Planungs- und Baugrenzen haben sich jedoch aus der Absenkung der Landesstraße 57 im Baubereich der Brücken ergeben.

Ein darüber hinaus weiterer Ausbau der Landestraße ist nicht in diesem Paket enthalten. „Wir werden das Teilstück daher auf eine Prioritätenliste setzen“, stellt der Dezernatsleiter in Aussicht. Wann dann aber tatsächlich gebaut werden kann, sei abhängig von Finanzen und Kapazitäten.

Diese möglichst umgehend freizuschaufeln, ist Anliegen einer Beschwerde, die die Anlieger der Bernsdorfer Straße beim Petitionsausschuss des Landes Brandenburg eingereicht haben. „Der Ausschuss wird sich wahrscheinlich noch im Juni damit beschäftigen“, informiert SPD-Landtagsabgeordnete Gabi Theiss aus Schwarzbach.

Ruhlands Aufreger-Piste ist inzwischen auch bei Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) aufgeschlagen. „Eine schnelle Lösung vor der zeitaufwändigen Planung für eine grundhafte Erneuerung könnte eine neue Fahrbahndeckschicht bis zum Ortsausgang sein“, bestätigt Gabi Theiss nach ihrem Gespräch mit der Ministerin.

Für Amtsdirektor Roland Adler ist das aber bestenfalls eine Notvariante. Denn eine neue Deckschicht ändert nichts daran, dass das Regenwasser derzeit nur in den Seitenbereichen versickert. Ein ordentlicher grundhafter Ausbau wäre ihm deshalb lieber. Weil der aber langfristige Planungen voraussetzt, ist ihm der sprichwörtliche Spatz in der Hand lieber, als die Taube auf dem Dach.