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| 15:39 Uhr

Griff in den europäischen Fördertopf gründlich missglückt
Ruhland blitzt am Fördertopf ab

Ruhland. Amt muss Millionen-Kosten für den Bau des zweiten Rettungsweges am Gebäude der Amtsverwaltung allein schultern. Austritt aus Lokaler Aktionsgruppe im Gespräch. Von Andrea Budich

Tausendmal probiert, tausendmal ist nichts passiert. Auch wenn es nur drei Anträge innerhalb von drei Jahren waren - Amtsdirektor Roland Adler hat es mehr als irritiert, dass erst nach drei langen Jahren vom Förderverein der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) für das Fördergebiet „Energieregion im Lausitzer Seenland“ die klare Ansage kam, dass ein Griff in den europäischen Fördertopf der ländlichen Entwicklung für den Bau des zweites Rettungsweges samt Aufzug am Gebäude der Amtsverwaltung nicht möglich ist. „Das hätte nach der ersten Antragstellung signalisiert werden müssen“, zeigt er sich über den Verfahrensweg enttäuscht. Dem Amt sei damit die Möglichkeit genommen worden, auf andere passende Fördermöglichkeiten zurückzugreifen. „Vertane Zeit“, kommentiert Adler verärgert.

Für den Regionalmanager Michael Franke von der LAG macht es indes keinen Sinn, nicht förderfähige Projekte zu bestätigen. Eine Vorprüfung in der Bewilligungsbehörde des Landesamtes hatte zu Jahresbeginn ergeben, dass keine Fördermöglichkeiten vorhanden sind. Das bestätigt auf Nachfrage auch Regionalteamleiterin Simone Schökel vom Landesamt.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Amtsverwaltung mit einem zweiten Rettungsweg und einem Aufzug nachträglich barrierefrei zu machen, muss das Amt Ruhland damit allein stemmen. Die Kosten für den Anbau werden derzeit auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Eine Million Euro wurden vorsorglich bereits in den Nachtragshaushalt des Amtes eingestellt. Geprüft wird derzeit aber auch, ob ein Neubau an anderer Stelle eventuell preiswerter ist. Die Grobkostenschätzung dazu läuft.

Ob die komplette Verwaltung am Ende tatsächlich auszieht oder am bisherigen Standort investiert wird, darüber entscheidet im Herbst der Amtsausschuss. Auch über einen möglichen Austritt aus der Lokalen Aktionsgruppe soll dann abschließend in großer Runde beraten werden.