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| 11:24 Uhr

Zweitjüngster Bürgermeister Brandenburgs
26-Jähriger wird Ruhlands Stadtoberhaupt

 Thomas Höntsch (SPD) hat zur Bürgermeisterwahl in Ruhland die Stimmenmehrheit bekommen - wenn auch knapp.
Thomas Höntsch (SPD) hat zur Bürgermeisterwahl in Ruhland die Stimmenmehrheit bekommen - wenn auch knapp. FOTO: Peter Aswendt
Kreis. Nach der Kommunalwahl sind die Kräfteverhältnisse in so mancher Stadt des OSL-Südens verschoben. Ruhland bekommt nach einem Wahl-Krimi einen 26-jährigen Bürgermeister. Der will nun den Zoff in der Stadtverordnetenversammlung beenden. Von Andrea Budich, Catrin Würz und Torsten Richter-Zippack

Exakt zehn Minuten vor Mitternacht war der Bürgermeister-Krimi in Ruhland in der Wahlnacht gelaufen. Als um 23.50 Uhr die Stimmen des letzten Wahlbezirkes im Rathaus ausgezählt waren, stand fest: Amtsinhaber Uwe Kminikowski (CDU) muss nach sechs Jahren den Chefsessel im Bürgermeisterbüro für seinen Konkurrenten und abtrünnigen politischen ZIehsohn Thomas Höntsch (SPD) freimachen.

Zünglein an der Waage im an Spannung kaum zu überbietenden Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden politischen Widersacher waren am Ende 26 Stimmen. Der 26-jährige Verwaltungsmanagement-Student, der in der OSL-Kreisverwaltung arbeitet, will mit seinem Amtsantritt den politischen Zoff in der Ruhlander Stadtverordnetenversammlung beenden und den Zusammenhalt wieder spürbar stärken.

Mit seiner Wahl wird Höntsch der zweitjüngste Bürgermeister in Brandenburg. Nur einer war noch jünger: Philipp Wesemann. Der SPD-Politiker wurde im Mai 2015 Bürgermeister in Forst (Lausitz), trat aber nach langer Krankheit und anhaltendem Gegenwind von den Stadtverordneten im November 2017 von seinem Amt zurück.

 Stadtverordnetenversammlung Senftenberg
Stadtverordnetenversammlung Senftenberg FOTO: LR / Schubert

„Jetzt packen wir es an“, gibt er sich am Morgen nach seiner Wahl kämpferisch. Ruhlands amtierender Amtsdirektor Christian Konzack indes rechnet damit, dass im Wahlkrimi noch nicht das letzte Wort gesprochen sein dürfte. Einen Wahleinspruch des unterlegenen Bürgermeister-Kandidaten hat er am Montag jedenfalls nicht ausgeschlossen.

Großräschen bleibt nach Kommunalwahl fest in SPD-Hand

Für Schipkau spricht Bürgermeister Klaus Prietzel (CDU) von einer „kleinen Zäsur, da einige langjährige Mitglieder zukünftig nicht mehr in der Gemeindevertretung dabei sein werden“. Dazu gehört auch die langjährige Ortsvorsteherin von Hörlitz, Helga Sztehlo. In Schipkau freut man sich nach dem Wahlsonntag, zukünftig mehr Abgeordnete als bisher in den Kreistag entsenden zu können.

Gegen den landesweiten Trend bleibt die Kommunalpolitik in der Seestadt Großräschen fest in der Hand der SPD. Mit knapp 30 Prozent der Wählerstimmen im Rücken, können fünf SPD-Abgeordnete in die neue Stadtverordnetenversammlung einziehen. CDU und Linke hingegen verlieren jeweils die Hälfte ihrer bisherigen Mandate.

Für ein Achtungszeichen in den Großräschener Ortsteilen sorgt der Wechsel der Orstvorsteher. Neu auf dem Posten sind in Saalhausen Heinz Kulka, in Wormlage Lubina Kühne und in Woschkow Ulrich Dittmann.

Allianz für Schwarzheide verdrängt bei Kommunalwahl die CDU

In Schwarzheide hat die Allianz für Schwarzheide (AFS) mit 28,8 Prozent die CDU (22,4) vom ersten Platz verdrängt. Die seit dem Jahr 2014 bestehende Gruppe gewinnt damit einen Sitz im Stadtparlament hinzu, die CDU verliert einen. „Unser Vorteil ist, dass wir uns überparteilich engagieren. Unsere ganze Kraft gilt der Stadt“, kommentiert AFS-Vorsitzender Ronny Jäkel.

Pro Lauchhammer stärkste Kraft in Stadtverordnetenversammlung

Gehörig verschoben hat sich das politische Kräfteverhältnis in Lauchhammer. Neue stärkste Kraft in der Stadtverordnetenversammlung wird die Wählervereinigung Pro Lauchhammer, die künftig sieben Sitze belegen wird.

Die CDU verliert in der Kunstgussstadt indes fast zehn Prozentpunkte bei den Wählerstimmen (2014: 23,4 Prozent) und kommt hinter der AfD, die vier Sitze haben wird, nur auf Platz 3 ins Ziel (drei Sitze).

Bürgermeister Roland Pohlenz (parteilos) hofft nach diesem demokratischen Votum der Bürger, „dass alle Parteien und Gruppen in der Stadtverordnetenversammlung künftig gut zusammenarbeiten werden. Das setzt sicher eine Kompromissbereitschaft von allen Seiten voraus“, sagt er.

In Ortrand ist keine Stichwahl nötig

In Ortrand konnte sich die CDU als führende Kraft behaupten und auch das Bürgermeister-Ehrenamt verteidigen. Amtsinhaber Niko Gebel schaffte es im ersten Wahlgang knapp über die 50 Prozent-Marke, so dass eine Stichwahl gegen die Bewerber von der Bürgervereinigung Ortrand (BVO) und von der AfD nicht nötig ist.

Niko Gebel freut sich über das Wahlergebnis. „Wir werden unseren eingeschlagenen Weg weiter gehen und die begonnenen Projekte an der Kita, Feuerwehr und Freibad weiter verfolgen.“