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| 13:54 Uhr

Rück- und Ausblick Lausitzer Seenland 2018
Großräschener See wird spannende Großbaustelle

Die Baumhäuser im Hafencamp Großkoschen am Senftenberger See sind ein Renner. Besondere Herbergen am und auf dem Wasser sind ein Markenzeichen des Lausitzer Seenlandes.
Die Baumhäuser im Hafencamp Großkoschen am Senftenberger See sind ein Renner. Besondere Herbergen am und auf dem Wasser sind ein Markenzeichen des Lausitzer Seenlandes. FOTO: Steffen Rasche
Knappenrode. Wie hat sich das Lausitzer Seenland im Jahr 2017 entwickelt? Und was wird getan, um die Region zwischen Senftenberg und Bärwalde künftig touristisch noch attraktiver zu machen? Die Rundschau fasst Entwicklung, Pläne und Herausforderungen zusammen.

„Wie viel Glück taucht noch auf?“, fragt Volker Mielchen vom brandenburger Zweckverband Lausitzer Seenland und spielt damit auf den neuen Marketing-Slogan des Seenlandes an. Eine eindeutige Antwort darauf wurde auf der jüngsten Regionalkonferenz der brandenburgischen und sächsischen Zweckverbände in der Energiefabrik Knappenrode gegeben.

Wie hat sich das Lausitzer Seenland im vergangenen Jahr entwickelt?

Um die Urlaubsqualität im Seenland weiter voranzutreiben, konnten die Zweckverbände zahlreiche Projekte umsetzen. So wurden im Juni dieses Jahres 25 neue Ferienhäuser im Familienpark Großkoschen am Senftenberger See eingeweiht. Rund 3,8 Millionen Euro sind in das Projekt investiert worden. Bereits im April wurden im Hafencamp Großkoschen Baumhäuser im Kiefernwald mit Seeblick für Besucher freigegeben. Die außergewöhnlichen und hochpreisigen Unterkünfte waren in ihrer ersten vollen Saison immer belegt gewesen. „Die Investitionen in Tourismusanlagen tragen Früchte“, so Volker Mielchen, Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg. Der Erfolg spiegle sich in den Übernachtungszahlen wider (siehe Infobox). Schwerpunkt liegt dabei immer noch auf dem Senftenberger See.

Auf sächsischer Seite blickt Daniel Just, Zweckverbands-Geschäftsführer, noch ein wenig weiter zurück. “Vor zehn Jahren war die erste große Investition die Steganlage am Geierswalder See.“ Weitere touristische Investitionen wie die schwimmenden Häuser, der Fahrgastschiffanleger und das Hotel „Der Leuchtturm“ folgten. Auch am Bärwalder, Partwitzer und Dreiweiberner See entstanden gastronomische Einrichtungen, die Infrastruktur wurde verbessert und Vereinsgründungen fanden statt. „Überregional bedeutsame Investitionen haben wir als Zweckverband auch in großer Zahl durchgeführt.“ Dazu zählen zum einen das Wegeleitsystem für Radfahrer und Skater vom Geierswalder bis zum Bärwalder See. Dank dieser Investition konnten die vorhandenen asphaltierten Radwege entscheidend aufgewertet werden. Die Aufstellung von Autobahnschildern und die Seemöblierung mit Tischen und Bänken erfolgte ebenfalls an mehr als 30 Standorten.

Was steht im kommenden Jahr an?

Im Jahr 2018 wird besonders der Großräschener See „ein spannendes Thema“, kündigt Volker Mielchen an. So soll neben der Vollendung des Rundweges auch die Erschließung des Strandbereiches vorangehen. „Wir möchten gemeinsam mit der Stadt Senftenberg und der LMBV versuchen, eine Zwischennutzung für bestimmte Boote zu ermöglichen“, so Mielchen an. Ziel am Großräschener See ist es bis 2019 eine allgemeine Schiffbarkeit zu erreichen. Im kommenden Jahr steht außerdem die Modernisierung des Südsee-Radweges in Niemtsch an. Um Autofahrer noch intensiver auf das Seenland aufmerksam zu machen, plant der sächsische Zweckverband ein Wegeleitsystem mit Hinweisschildern an Autobahnabfahrten sowie Infotafeln an diversen anderen Standorten. Darauf sollen neben Seenlandkarte auch Angebote vor Ort und Wissenswertes zur Geschichte zu lesen sein.

Welche Herausforderungen gibt es?

Die größte Herausforderung für beide Zweckverbände ist und bleibt die Bewirtschaftung des Seenlandes. Volker Mielchen fordert weitere Unterstützung bei der Entwicklung durch die Landesregierung. „Einfache Wege und Fördermittel sind hier gefragt“, so Mielchen. „Die Bewirtschaftung von Radwegen, Stränden und Parkplätzen ist notwendig, unsere Gäste erwarten eine ansprechende Qualität“, ergänzt Daniel Just. Das dafür notwendige Geld stünde den Kommunen jedoch nicht zur Verfügung. Der Lösungsansatz: Um eine einheitlich hohe Qualität zu garantieren, sind Fördermittel notwendig. „Der Tourismus ist ein Wirtschaftsfaktor in der Lausitz“, appelliert Just. Er schlägt eine Förderung der Bewirtschaftung zumindest für eine regional differenzierte Übergangszeit vor.

Langfristig soll sich das Lausitzer Seenland als Destination am Markt etablieren. Dann wäre auch eine Tourismusabgabe als Finanzierungsinstrument möglich. So weit ist die Region aktuell jedoch noch nicht.

Trotz der finanziellen Herausforderungen ist das Fazit der Zweckverbände auf der Konferenz eindeutig: „Im Seenland wird künftig noch mehr Glück auftauchen“, resümiert Volker Mielchen.