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Roberto Babben braut nach Opas Rezept

Weil so viele Touristen nach einheimischem Bier fragten, haben die Babbens eine alte Familientradition aufleben lassen: das Bierbrauen. Seit 1996 gibt es wieder Bier in Lübbenau – nach einer gut 20-jährigen Pause. Das schätzen Touristen wie Einheimische und kommen gern in die Brauerei Babben mitten in der City von Lübbenau. Von Dörthe Ziemer

Etwas versteckt liegt eines der kleinsten Brauhäuser Brandenburgs hinter der Häuserzeile am Markt, die der Kirche gegenübersteht. Schon der Name der Straße - Brauhausgasse - weist auf den uralten Standort hin. Seit 1670 gab es in Lübbenau die Braurechte. 1928 hat Erich Babben angefangen, Bier zu brauen - bis 1974, als es nach der Ver staatlichung eingestellt wurde.
Auch Erichs Sohn machte noch seinen Braumeister, dessen Kinder lernten allerdings einen anderen Beruf. Deshalb starteten sie nach der Wende auf dem Grundstück mit einer Pension. Doch die Idee mit dem Brauhaus reifte schnell, und 1996 floss aus einem 50-Liter-Kessel das erste Bier. "Das sollte ein Bier für unsere Hausgäste sein", erzählt Inhaber Roberto Babben, der das Brauen inzwischen vom Vater gelernt hat.
Zwei Jahre später schon entstand die 500-Liter-Anlage, aus der nun auch umliegende Gasthäuser beliefert werden. Wer das Babben-Bier bei der Grillparty im heimischen Garten trinken will, der kann es sich in großen Bottichen in der Brauerei abholen. Das ist dann allerdings nicht so lange haltbar wie andere Biere.
Das Babben-Bier ist nicht filtriert und nicht pasteurisiert und hat deswegen so einen angenehm würzigen Geschmack. "Es ist ein bisschen trüber als andere Biere", erklärt Roberto Babben, "dafür hat es noch alle gesunden Inhaltsstoffe." Nach alten Rezepten des Großvaters wird vor allem das dunkle „Spezial“ gebraut, das in der Stadt als das Babben-Bier bekannt ist. Außerdem gibt es ein Pils und ein Weizen und zu besonderen Anlässen Bockbier. Für den Maibock, das Bockbier zum Saisonende und das Festbier zu Weihnachten startet der Ausschank mit feierlichen Anstichen.

Wer Lust hat auf so ein einheimisches Bier, der kann es sich im Sommer in Babbens Biergarten gemütlich machen. Dazu gibt es Brotzeiten: Knacker, Schmalzbrot und Gurken und ähnliches. Kinder können ihren Durst mit der hauseigenen Himbeer- und Waldmeisterbrause löschen.
Wenn es die Zeit erlaubt, führen die Babbens gern durch ihr Reich und zeigen, wie Bier gebraut wird. In der Saison allerdings dürfte das schwer werden, wenn die 50 Plätze im Biergarten und der Stube besetzt sind. Dann kann der Besucher an den Wänden der Gaststube nachvollziehen, wie früher Bier gebraut wurde. Und er sieht, dass das Babben-Bier, wie viele andere Lebensmittel und alltägliche Dinge, mit dem Kahn transportiert wurden.
Ab dieser Saison wartet die Brauerei Babben mit einem weiteren hochprozentigen Highlight auf: mit Nuss-, Himbeer- und Hopfengeist. Die kleine Destillieranlage steht im Frühstücksraum der Pension. Dort wird der angelieferte und mit den Früchten aus eigenem Anbau angesetzte Prima-Sprit zu feinem Geist destilliert.

FAZIT
Kosten: Das einheimische Babben-Bier ist nicht teurer als andere Biere in Gaststätten. Die Brotzeiten sind als Abend-Imbiss erschwinglich.

Zeitaufwand:
Wer gemütliche Bierrunden liebt, wird sich viel Zeit nehmen. Aber auch als kurzer Abstecher auf einer Rad-Tour lohnt der Besuch.

Kinderfreundlichkeit:
Da im Sommer der Biergarten geöffnet ist, dürften sich auch Kinder wohlfühlen, zumal es hauseigene Fassbrause gibt.

Top für alle,
die Lust auf gemütliche Stunden bei einem besonderen Bier haben und sich mit einer kleinen Brotzeit begnügen.

Flop für alle,
die neben dem Bier auch stilvoll zu Abend essen wollen.

Service Dies und das
Preise: Ein Bier (0,4 Liter) kostet 2,20 Euro. Die Brotzeiten gibt es ab drei Euro.

Öffnungszeiten:
Geöffnet ist täglich ab 17 Uhr, bei schönem Wetter auch eher. Tel: 03542 2126

Anreise:
Das Auto in der Nähe des Marktplatzes parken. Von dort geht es in die kleine Gasse neben der Touristinformation.