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Arbeit für Lausitzer Bergbaufolgelandschaften
Riesen-Walze verdichtet gefährliches Terrain

Bergbausanierung bei Lauchhammer.
Bergbausanierung bei Lauchhammer. FOTO: Peter Radke/LMBV
Lauchhammer/Senftenberg. Die Tagebaufelder zwischen Lichterfeld und Lauchhammer fordern die Bergbausanierer. Schwere Technik dreht einsam ihre Runden. Von Kathleen Weser

Die Tagebaufelder zwischen Lichterfeld und Lauchhammer fordern die Sanierer der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) stark. Auf riesigem Terrain. Auf der Schwarzen Keute, einem ehemaligen Quellgebiet nordwestlich von Kostebrau, werden die locker gelagerten Sande mit der Technologie der hochenergetischen dynamischen Schlagverdichtung in ein trittsicheres Korngefüge gedrängt. Das bestätigt Frank Sauer, der Experte für den Sanierungsraum mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad im alten Senftenberger Revier. Eine Zugmaschine mit Gummiketten schleppt eine gewaltige Walze, die Initiale in den Untergrund einbringt, um die Kippenflächen zu sichern. Mit 30 bis 100 Überfahrten wird der lockere Boden verdichtet. Das Verfahren sei bewährt. In dem Gebiet war bereits mit sanften Sprengungen gearbeitet worden, um das Erdreich zu bändigen. Die Schwarze Keute ist benannt nach einem vorbergbaulichen Moor und dem ersten Lausitzer Kohleflöz. Hier befand sich die Klettwitz-Kostebrauer Hochfläche. Das Gebiet wird heute vom Bergheider See stark beeinflusst.

Seit Mai ist das große Gefährt mit unrunder Walze im Sanierungsgebiet Lauchhammer nordwestlich von Kostebrau im Einsatz. Es ist eine Caterpillar Challenger CH 95E der Firma Ecosoil Ost aus Senftenberg, die mit einer zwölf Tonnen schweren nockenförmigen Walze der Nachauftragnehmerin Landpac Deutschland mehrere Hektar Boden verdichtet. Das 30 bis 40 Überfahrten sind dafür jeweils vorgesehen. Noch im Oktober soll der Auftrag erledigt ein. Das teilt Uwe Steinhuber, der Sprecher der Lausitzer Bergbausaniererin, mit. Das eingesetzte Verfahren ist von der Firma Landpac entwickelt worden. „Damit können vor allem Teufen bis zu vier Meter verdichtet werden. Die Maschinen werden mit einer fünfmal schnelleren Geschwindigkeit als der üblicher Verdichtungsgeräte betrieben“, erläutert er weiter. Die erhöhte Bearbeitungsgeschwindigkeit gekoppelt mit einer tieferen Wirktiefe ermöglichen Bodenverdichtungen mit einem zehnmal größeren Volumen als andere Anlagen.

Die große Kippenlandschaft muss geotechnisch gegen die Gefahren des Grundwasserwiederanstieges gesichert werden. Denn das aufsteigende Nass kann die zu locker gelagerten Sande in Bewegung bringen. Setzungsfließen und Verflüssigungsgrundbruch wird dieses Phänomen genannt, dass riesige Areale erfassen kann. Auf einem Teil der Flächen zwischen Bergheider See und Kostebrau ist vorlaufend zur Sanierung mit der Riesenwalze bereits eine Sprengverdichtung als Sockelverdichtung erfolgt.

Die Flächen werden künftig als Dauergrünland hauptsächlich Naturschutzzwecken dienen. In der Tieflage der Vernässungsflächen Schwarze Keute werden unterschiedlich tiefe Flachwasserbereiche mit Inseln hergestellt, die unter anderem auch Kranichen als Schlafplätze angeboten werden. Im Herbst des vergangenen Jahres haben in den bereits wassergefüllten Restseen schon Kraniche und Nordische Gänse gerastet. Die Flächen um Grünhaus stehen unter Bergaufsicht und sind im Eigentum der Stiftung Nationales Naturerbe des Naturschutzbundes Deutschlands (Nabu).

Sanierung der Schwarzen Keute bei Lauchhammer.
Sanierung der Schwarzen Keute bei Lauchhammer. FOTO: Peter Radke/LMBV
Bergbausanierung mit schwerer Walze bei Lauchhammer.
Bergbausanierung mit schwerer Walze bei Lauchhammer. FOTO: Frank Sauer/LMBV