Auftraggeber des Pilotprojektes ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Ziel: Ein genehmigungsfähiges technisches Sanierungskonzept für den beinahe idyllisch anmutenden See bei Annahütte zu entwickeln. Arsen ist in natürlichen Konzentrationen von wenigen Mikrogramm pro Liter zwar natürlich und unbedenklich. Höhere Konzentrationen jedoch - wie im Fall des Restlochs mit bis zu 0,9 Milligramm pro Liter - sind gefährlich. Schuld an der Misere ist der Tagebau: Von 1934 bis 1944 wurde in der Grube Heye 1, Südfeld, Braunkohle abgebaut. Nach der Stilllegung hat sich das Restloch natürlich gefüllt, dazu kam fatalerweise das Abwasser aus der nahe gelegenen Bleiglashütte. Denn beim Läutern, der Glasentfärbung oder der Herstellung von Bleigläsern wurden Arsenverbindungen als Zusatzstoffe beigegeben. Bis Anfang der 90er-Jahre wurde das ve rseuchte Abwasser - mit Schwermetallen, Fluorid und vor allem Arsen - unbehandelt in das Restloch eingeleitet.
Bereits im Jahr 2002 legte das Umweltforschungszentrum ein erstes Konzept vor, wie die bislang unbekannten Arsenverbindungen aus dem Wasser beseitigt werden könnten. Die LMBV gab ein dreiteiliges Anti-Arsen-Projekt in Auftrag. Das erste Arbeitspaket ist erfolgreich abgeschlossen worden.
Die Wissenschaftler konnten mit Laborversuchen demonstrieren, dass die Arsenspezies mit einfachen Reaktionen auf weniger als 0,1 Milligramm je Liter zu drücken ist. Das ist jener Grenzwert, ab dem das Wasser in den Vorfluter, die Pößnitz, eingeleitet werden kann. Dass diese Methode in der Praxis auch umsetzbar ist, sollen die Versuche der zweiten Projektphase zeigen. Zu diesem Zwecke wird am Montag ein Container direkt am Restloch IV aufgestellt. Bis Ende Juli wollen die Wissenschaftler das Verfahren testen, im August ein Sanierungsverfahren vorschlagen.
Laut LMBV wäre das Verfahren sogar ökonomisch - die Kosten je Kubikmeter Wasser würden unter den Preisen einer normalen Abwasseraufbereitung liegen. Die Sanierung des Restlochs bei Annahütte selbst liegt dann in den Händen der LMBV. Sie soll im Herbst nächsten Jahres beginnen und bis 2007 abgeschlossen sein. (red/lmbv)