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| 15:12 Uhr

Ja! am 18.8.18
Rekord-Ansturm auf die Standesämter

Schloss und Festung Senftenberg waren am Schnapszahl-Samstag belagert von Hochzeitsgesellschaften. Senftenbergs Standesbeamtin Anja Hagendorf-Mai hat gleich drei Paaren vor der Traum-Kulisse das Ja-Wort abgenommen. Zu ihnen gehören Diana und Sebastian Höhna aus Senftenberg.
Schloss und Festung Senftenberg waren am Schnapszahl-Samstag belagert von Hochzeitsgesellschaften. Senftenbergs Standesbeamtin Anja Hagendorf-Mai hat gleich drei Paaren vor der Traum-Kulisse das Ja-Wort abgenommen. Zu ihnen gehören Diana und Sebastian Höhna aus Senftenberg. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Senftenberg. Ja am 18.8.18! Der Schnapszahl-Termin am Samstag war der beliebteste Hochzeitstag in Lausitzer Standesämtern im ganzen Jahr. Besondere Trauorte sind gefragt. Erste Reservierungen gibt es bereits für den 19.9.19. Von Andrea Budich

Ja, ich will! Am Sonnabend wurden diese drei Worte in besonders vielen Standesämtern zwischen Ortrand und Großrä schen ausgesprochen. Die Schnapszahl 18.8.18 hat viele verliebte Paare vor den Traualtar gelockt. Einige Standesämter der größeren Städte waren wesentlich früher ausgebucht als gewöhnlich. Das besondere Datum haben sich die ersten Paare schon vor einem Jahr reservieren lassen.

Mit jeweils vier Eheschließungen teilen sich Senftenberg und Großräschen den Rekord. Für den Ansturm hat Gabriele Prillwitz in Großräschen ihr Standesamt schon um 9.30 Uhr aufgeschlossen. Bis 15 Uhr war sie mit der Abnahme der Eheversprechen beschäftigt. Für die Brautleute wechselte sie zwischenzeitlich auch die Kulisse. Neben dem Trauzimmer im Standesamt wurde auch im Seehotel am Großräschener See und in der Dörrwalder Mühle Ja gesagt. Vorreservierungen für den 18.8. hat es sogar noch einige mehr gegeben. „Die Paare mussten absagen, weil sie am Schuleingangstag in der Region keine Feier-Locations gefunden haben“, erklärt Gabriele Prillwitz den Rückzug einiger Paare.

Diese Erfahrung bestätigt auch Rosel Schäl aus dem Senftenberger Standesamt. Auch dort gab es etliche Rückzieher, weil weit und breit keine Restaurants mehr freie Kapazitäten hatten. Geheiratet wurde am Samstag in Senftenberg gleich dreimal vor der historischen Schlosskulisse und einmal im Rathaus.

Mit je einer Hochzeit ging es am Samstag im Amt Ruhland und in der Großgemeinde Schipkau deutlich ruhiger zu. Aber auch dort war der August im Jahresvergleich mit Abstand der stärkste Heirats-Monat. Die Schnapszahl-Daten 1.8., 8.8. und 18.8.18 haben den Standesbeamten einen Traum-Monat beschert. Standesbeamtin Ulrike Kurio hat in Schipkau allein vom 8.8.18 bis zum darauf folgenden Sonnabend sechs Paare vermählt. Schipkau punktet zusätzlich mit der neuen romantischen Kulisse der Henriettenkirche, die nach der Premiere im Mai immer mehr von den Brautpaaren angesteuert wird. Mit 26 Hochzeiten hat Schipkaus Standesbeamtin schon Mitte August mehr junge Leute unter die Haube gebracht als im ganzen Vorjahr.

Auf Rekordkurs liegt auch Großrä schen. Bis Ende September gibt es kaum freie Samstags-Termine bei Gabriele Prillwitz. Rund 55 Ehen schließt sie in der Regel pro Jahr. In diesem werden es aller Wahrscheinlichkeit nach 80 werden. Erklären kann sie den Heirats-Boom nicht. Sehr viele Auswärtige, die aus Dresden und der ganzen Bundesrepublik stammen, steuern zum Heiraten die Seestadt an. Die wachsende weiße Hafenstadt mit dem Seehotel im Ostsee-Charme lockt Heiratswillige an. Wie Gabriele Prillwitz bestätigt, hat es auch schon Anfragen zum Heiraten auf der Seebrücke gegeben.

Peggy und Maik Krüger haben sich ganz romantisch im beleuchteten Sonnenblumen-Kreis die ewige Liebe geschworen.
Peggy und Maik Krüger haben sich ganz romantisch im beleuchteten Sonnenblumen-Kreis die ewige Liebe geschworen. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche

Ja gesagt am 18.8.18 haben auch Peggy Winkler (36) und Maik Krüger (40) aus Großräschen. Den besonderen Termin hat sich das Paar schon im Vorjahr gesichert. Damals war das Reservierungsbuch schon so voll, dass für sie nur noch der 15 Uhr-Termin frei war. „An das Zusammenfallen mit dem Schulanfang haben wir damals überhaupt nicht gedacht“, gesteht die Braut. Das Ja-Wort gegeben hätten sich die zwei am liebsten auf einer Burg. Weil es die aber in der näheren Umgebung im Seenland nicht gibt, findet ihre Mittelalter-Hochzeit in Großrä schen im Lokal „Zur guten Quelle“ statt. „Das Schnapszahl-Datum und ein Fest im Mittelalter-Stil soll uns Zeit Lebens an diesen Tag erinnern“, erklärt Bräutigam Maik Krüger.

Kennengelernt haben sich die zwei bei der Arbeit bei Vestas in Lauchhammer. Er lernt sie an der Maschine an. „Da hat es gefunkt“, lachen sie glücklich. Beide verbindet neben Söhnchen Finn (4 Jahre) ihre Vorliebe fürs Mittelalter. Und deshalb gibt es nach dem Ja-Wort im Standesamt am Abend noch eine freie Zeremonie wie im Mittelalter. Zu den romantischen Ritualen gehört ein Margeritenkranz fürs Haar der Braut, ein Sonnenblumen-Kreis, der von vier Fackeln erleuchtet wird und eine Feuerschale. Braut und Hochzeitsgesellschaft sind komplett wie im Mittelalter gekleidet. Peggy Winklers Brautkleid ist nicht weiß aus Spitze und Tüll, sondern aus schwerem Stoff mit Feenärmel in Altweiß mit Gold. Ihr Bräutigam trägt zur Tunika und Hose aus Leinenstoff Lederhalbstiefel. Am Gürtel hängen eine Ledertasche und das Trinkhorn. Gespeist hat das frischvermählte Paar an einer langen Rittertafel. An der ist Samstagabend in Großräschen natürlich jede Menge Met geflossen. Ihren Traum von der Burg wollen sich die zwei vielleicht am ersten Hochzeitstag erfüllen.

Während Peggy und Maik Krüger, wie sie seit Samstag heißen, dann schon ein Jahr verheiratet sind, liebäugeln andere Paare schon mit dem Schnapszahl-Termin im nächsten Jahr. Der 19.9.19 fällt auf einen Donnerstag. Erste Vormerkungen für das Hochzeits-Datum gibt es bereits auf den Lausitzer Standesämtern.

Wer an einem Samstag heiraten will, muss auf den 10.10.2020 warten. „Dann sollten sich die Paare am besten schon jetzt um eine Location für ihr großes Fest kümmern“, empfehlen Rosel Schäl aus Senftenberg und Gabriele Prillwitz aus Großrä schen nach ihrer Erfahrung mit dem 18.8.18.