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Reisebus brennt auf A13 komplett aus

Mehrere Feuerwehren aus Brandenburg mussten am zeitigen Montagmorgen (3.30 Uhr) einen Brand auf sächsischen Gebiet löschen. Hier war ein dänischer Reisebus mit 35 Jugendlichen an Bord durch einen technischen Defekt im Heck des Fahrzeuges kurz vor der Anschlussstelle Schönborn der A13 in Fahrtrichtung Dresden in Brand geraten.
Mehrere Feuerwehren aus Brandenburg mussten am zeitigen Montagmorgen (3.30 Uhr) einen Brand auf sächsischen Gebiet löschen. Hier war ein dänischer Reisebus mit 35 Jugendlichen an Bord durch einen technischen Defekt im Heck des Fahrzeuges kurz vor der Anschlussstelle Schönborn der A13 in Fahrtrichtung Dresden in Brand geraten. FOTO: Mirko Sattler
Ortrand. Von der Fahrt ins tschechische Riesengebirge bringen 38 Dänen nach dem Brand ihres Reisebusses auf der Autobahn bei Schönfeld nur noch die Kleidung, die sie am Leib tragen, mit nach Hause. "Aber alle konnten unversehrt zurück in Richtung Heimat aufbrechen", sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Sven Wielk. Kathleen Weser

Am gestrigen Montag gegen 6 Uhr: Auf dem Weg zur Arbeit in Richtung Dresden werden viele morgendliche Pendler auf der Autobahn hinter Ortrand gut zwei Kilometer vor Schönfeld ausgebremst. Der Stau ist kilometerlang. Denn Einsatzkräfte der Feuerwehren löschen noch einen vollständig ausgebrannten Reisebus aus Dänemark ab. Dessen Fahrt ins tschechische Spindleruv Mlyn (Spindlermühle) ist jäh beendet worden - wegen eines Feuers infolge eines technischen Defekts.

Um 3.18 Uhr alarmiert die Leitstelle für Feuerwehr, Rettungsdienst und Krankentransporte Dresden die Kollegen in Cottbus. Nur Sekunden später rufen die Pieper die Einsatzkräfte der Feuerwehren Ortrand, Kroppen und Lindenau "zu einem Lkw-Brand auf der Autobahn". Unverzüglich wird korrigiert: Tatsächlich steht ein Reisebus kurz vor Schönfeld in Flammen. Die Brandenburger Feuerwehren haben den kürzeren Anfahrtsweg. Denn die Kameraden aus Sachsen müssten zunächst in Schönfeld auf die Autobahn auffahren und bis zur Abfahrt Ortrand rasen, um dann zurück in der Gegenrichtung zum Einsatzort auf der Fahrbahn in Richtung Dresden zu gelangen.

Die Lindenauer sind zuerst unterwegs und melden bereits bei der Anfahrt, dass der Bus in voller Ausdehnung brennt. Sven Wielk, der stellvertretende Amtswehrführer aus Ortrand, leitet den Einsatz und fordert sofort weitere Tanklöschfahrzeuge an. "Die vergangenen Tage sind arm an Regen gewesen. Wir mussten deshalb höllisch aufpassen, dass sich das gewaltige Feuer nicht noch zu einem Ödlandbrand ausbreitet", erklärt er später. Beißender Rauch steigt indes in den Himmel, der langsam heller wird an diesem Morgen.

"Der Busfahrer hat geistesgegenwärtig sehr gut reagiert", lobt Sven Wielk. Der Mann war angesichts des technischen Defekts und der Rauchentwicklung am Bus unverzüglich an den Fahrbahnrand gefahren und hatte die 33 Kinder und Jugendlichen sowie fünf Erwachsenen aus dem Fahrzeug aussteigen und in ordentlichem Abstand sicher auf die Retter warten lassen.

Nachdem auch die Räder von den Flammen erfasst worden sind, ist an dem Bus nichts mehr zu retten - die Kunststoffteile, Sitze und das Reisegepäck sind Futter für das gefräßige Feuer, das extreme Temperaturen entwickelt. Doch die Feuerwehren aus Lauchhammer, Ruhland und Senftenberg rücken schon nach, denn in diesem Autobahnabschnitt gibt es keine Löschwasserzuführung. Mit der Fracht der großen Tanklöschfahrzeuge von einem Fassungsvermögen bis etwa 5000 Liter Wasser wird der brennende Reisebus zunächst abgekühlt und dann mit einem Schaumteppich bedeckt, um dem Feuer den Sauerstoff zu entziehen und die Flammen endgültig zu ersticken. Das klappt mustergültig. In knapp zwei Stunden ist die Gefahr gebannt. Die geschockten Dänen, aus dem Schlaf gerissen und nur leicht bekleidet, müssen zusehen, wie das gewaltige Feuer ihre Reise-Utensilien vernichtet. Aber alle sind unverletzt. Und 62 Kameraden arbeiten unter schwerem Atemschutz, um den Brand sicher zu löschen.

Kreisbrandmeister Ingo Worreschk lobt den mustergültigen Löscheinsatz und die engagierten Feuerwehrleute. Denn Einsatzleiter Sven Wielk hat die frierenden Reisenden von Kameraden mit dem Mannschaftstransportwagen schnell zur Raststätte Thiendorf bringen lassen. "Hier haben die Jugendlichen warm und gut versorgt auf den Ersatzbus warten können", sagt Worreschk.

Die Reise freilich ist für die Dänen in Sachsen zu Ende.

Die Autobahn in Richtung Dresden ist bis 9.30 Uhr gesperrt. Denn auch die Löschmittelrückstände, die laut Sven Wielk übrigens vollständig biologisch abbaubar sind, müssen beseitigt werden. Die Experten der Autobahnmeisterei rücken an, um die Fahrbahnschäden zu begutachten. Kriminaltechniker der Polizei untersuchen den Reisebus. Und die jungen Dänen steigen am Vormittag in einen Ersatzbus - der sie zwar abgebrannt, aber gesund zurück in die Heimat fährt.