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| 18:05 Uhr

Senftenberger Kopfgeldjagd bisher erfolglos
Reifenlager-Brände: Polizei ermittelt noch

Eine verwertbare Spurensicherung ist durch den Einsatz von Löschwasser fast unmöglich geworden.
Eine verwertbare Spurensicherung ist durch den Einsatz von Löschwasser fast unmöglich geworden. FOTO: LR / Jan Augustin
Senftenberg. Die Senftenberger Kopfgeldjagd auf Brandstifter ist bisher erfolglos. Von Jan Augustin

Auch knapp einen Monat, nachdem die Stadt Senftenberg im Zusammenhang mit den beiden Reifenlager-Bränden eine Belohnung ausgesetzt hat, ist noch kein sachdienlicher Hinweis abgegeben worden. Das bestätigt die Chef-Pressesprecherin der Polizeidirektion Süd, Ines Filohn. Die Ursachen der beiden Brände in der Ackerstraße Ende Juli und Anfang August seien noch immer unklar. „Die Ermittlungen dauern an“, betont Filohn, die von einer Sisyphusarbeit spricht. Mit Rücksicht auf die laufende Untersuchung könne sie in diesem Zusammenhang keine weiteren Details preisgeben. Nur so viel: Die Arbeit der Kriminaltechniker vor Ort habe sich als „sehr kompliziert“ herausgestellt, weil keine Spuren vorhanden waren. Die doppelte Feuersbrunst hatte teils nur Asche oder zerschmolzene Gummiklumpen zurückgelassen. Das eingesetzte Löschwasser hat dann sein Übriges getan.

Unterdessen hat das zuständige Brandenburger Landesumweltamt ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem die Menge des Abfalls, die Gefährlichkeit und die Kosten für eine etwaige Beräumung ermittelt werden sollen. Das bestätigt Behördensprecher Thomas Frey. Auch seien nun die Grundstücksbesitzer ermittelt worden. „Gegen diese läuft das vorgeschriebene Verwaltungsverfahren, beginnend mit der Anhörung. Erst nach der Anhörung können Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Beräumung, angeordnet werden“, erläutert Frey. Ob das Land eine Ersatzvornahme, also eine Entsorgung auf Staatskosten vornimmt, ist noch offen. Darüber könne erst nach Vorlage der Erkenntnisse aus dem beauftragten Gutachten und im Verlauf des Verwaltungsverfahrens gegen die Grundstückseigentümer entschieden werden. Die Entsorgungspreise für die auf dem Gelände lagernden Abfälle liegen zwischen 65 und 350 Euro pro Tonne.

Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD), der von Brandstiftung ausgeht, hatte sich dazu entschlossen, für sachdienliche Hinweise, die zur Ermittlung, Ergreifung sowie Überführung des oder der Täter und zur Aufklärung der Brände führen, eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro auszusetzen. Hinweise nehmen nach wie vor die Polizeiinspektion Oberspreewald-Lausitz in Senftenberg unter der Telefonnummer 03573 880 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.