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| 17:00 Uhr

Ich kaufe regional
Heideblick-Apfel steht hoch im Kurs

Jan Radke ist Geschäftsführer vom REWE in der Senftenberger Bahnhofstraße. Regionale Produkte, wie die Äpfel von Walter Wittig aus Heideblick bei Luckau müssen erst seiner Prüfung standhalten, bevor sie in den Verkauf kommen. Die 16-jährige Lisa Nowack ist eine von drei Azubis und schon fast die Chefin der Gemüseabteilung im REWE.
Jan Radke ist Geschäftsführer vom REWE in der Senftenberger Bahnhofstraße. Regionale Produkte, wie die Äpfel von Walter Wittig aus Heideblick bei Luckau müssen erst seiner Prüfung standhalten, bevor sie in den Verkauf kommen. Die 16-jährige Lisa Nowack ist eine von drei Azubis und schon fast die Chefin der Gemüseabteilung im REWE. FOTO: Josephine Japke / LR
Senftenberg. Senftenbergs Rewe-Chef Jan Radke legt Wert auf regionale Produkte und Nachhaltigkeit. Nur was seinem Gaumen gefällt, kommt ins Supermarkt-Regal. Von Josephine Japke

Es ist sieben Uhr. Die Parkplatzsuche vor dem Rewe in der Bahnhofstraße Senftenberg gestaltet sich um diese Zeit noch unkompliziert. Der Laden ist fast leer, die Regale schon gut gefüllt, die Mitarbeiter wuseln umher. Wer jetzt einkaufen will, kann stressfrei durch die Regalreihen schlendern. Einkaufswagen geschnappt und los geht’s. Als erstes landen Äpfel, Gurken und Tomaten im Korb.

„Wir bekommen jeden Tag frische Ware und zusätzlich viermal pro Woche Artikel aus dem Trockensortiment“, erklärt Rewe-Geschäftsführer Jan Radke. 2,5 Tonnen Lebensmittel werden mehrmals die Woche ab 6 Uhr morgens geliefert, allein 100 verschiedene Artikel landen dann innerhalb von 48 Stunden ab der Ernte in der Obst- und Gemüseabteilung. „Der am häufigsten verkaufte Einzelartikel ist der Apfel. Vor allem die von Walter Wittig sind heiß begehrt“, sagt Jan Radke.

Der Obstbauer aus Heideblick bei Luckau beliefert ganzjährig fast nur Rewe. Mehrmals die Woche lädt er 350 Kilogramm Äpfel aus seinem Sprinter aus. Jeder rote, goldene und grüne Apfel, der nicht im Regal landet, kommt zur Kelterei nach Hosena. „Dort lassen wir naturtrüben und klaren Apfelsaft herstellen“, erklärt der Geschäftsführer.

Vorbei am Obst und Gemüse, geht’s weiter Richtung Backstand. Es riecht nach frischen Brötchen, die Regale sind voll gepackt mit Brot, Croissants und süßen Snacks. Die ersten Mitarbeiter kommen schon halb sechs zur Arbeit und fangen an zu backen. Die letzten machen kurz nach Ladenschluss um Mitternacht das Licht aus. In den 17 Stunden dazwischen werden Regale, Salat- und Backstand aufgefüllt, Lieferungen angenommen und Kunden betreut. Es wird sauber gemacht, kassiert, beraten, sortiert, ein- und aufgeräumt. „Wir sind insgesamt 45 Mitarbeiter in Teil- und Vollzeitbeschäftigung, inklusive drei Auszubildenden“, zählt Jan Radke auf. Vormittags sind die meisten Kollegen da, weil viel verräumt werden muss. Am Nachmittag allerdings stürmen die meisten Kunden den Laden. „An der Kasse zu sitzen, kann dann manchmal genau so anstrengend sein, wie Hunderte Kilogramm Lebensmittel durch den Laden zu räumen“, sagt der Chef.

Mitten im REWE in der Bahnhofstraße in Senftenberg befindet sich ein Wegweiser, der in die Richtungen aller regionalen Produkte zeigt. Dieser wurde vom Zimmerei Meisterbetrieb Holz John aus Niemtsch gefertigt - so wie alle Holzregale in dem Einkaufmarkt.
Mitten im REWE in der Bahnhofstraße in Senftenberg befindet sich ein Wegweiser, der in die Richtungen aller regionalen Produkte zeigt. Dieser wurde vom Zimmerei Meisterbetrieb Holz John aus Niemtsch gefertigt - so wie alle Holzregale in dem Einkaufmarkt. FOTO: Josephine Japke / LR

Links neben dem Backstand steht der regionale Wegweiser. Zahllose Pfeile zeigen in alle Richtungen und sind mit den Namen und Produkten der regionalen Hersteller beschriftet. Etwa 90 Prozent des Sortiments kommen aus den Lagern der Rewe-Gruppe. Die anderen 10 Prozent haben Jan Radke und seine Frau Kerstin selbst ausgesucht und vertreiben sie nun in ihren Supermärkten in Senftenberg und Lübbenau. „Regionalität muss nicht nur für unsere Kunden, sondern auch für uns greifbar und glaubwürdig sein. Welches Produkt wirklich regional ist, findet man nur heraus, wenn man vor Ort ist und sich die Herstellung anschaut“, sagt der Geschäftsführer.

Wer der Beschriftung auf dem Wegweiser folgt, landet an der Stirnseite der einzelnen Regalreihen neben den Kühlregalen. Dort stehen Spreewaldgurken, Leinöl aus Burg, Eierlikör aus Senftenberg, Wein aus Großräschen, Honig aus Luckau und Meerrettich aus Lübbenau. „Die Etiketten für unseren Apfelsaft aus Hosena mit den Äpfeln aus Luckau kommen übrigens aus einer Werbefirma in Senftenberg. Die Flaschen werden dann in Regalen aus sächsischem Holz, geschreinert von Holz John aus Niemtsch, präsentiert“, erklärt Jan Radke den roten Faden, der sich bis ins kleinste Detail durch den ganzen Markt zieht.

Der Einkaufswagen ist mittlerweile gut gefüllt mit Obst und Gemüse, Backwaren und Aufschnitt – fehlen nur noch die Oster-Artikel. Auf etwa 40 Regal-Metern kurz vor der Kasse türmen sich Fondant- und Waffel-Eier, Osterhasen und Küken aus Schokolade. Die ersten Osterprodukte kommen erst Anfang Februar in den Laden und verschwinden in der Woche nach Ostern. „Der Zeitraum ist begrenzt, aber der Umsatz stärker als vor den Weihnachtsfeiertagen“, erklärt Jan Radke. Gründonnerstag sei deshalb der wichtigste Tag im Jahr, weil danach so viele Feiertage folgen, für die die Leute einkaufen gehen. „Es ist zwar stressig, aber es macht auch mehr Spaß. Die Farben sind fröhlicher, die Leute netter und der Trubel schneller vorbei“, sagt er.

Ein paar Süßigkeiten für kleine und große Naschkatzen landen im Korb. Dann geht’s ab zur Kasse und zum Auto. Es ist kurz nach sieben. Während die ersten Leute mit ihrem Tageseinkauf durch sind, geht der Tag im Supermarkt erst richtig los.

Kerstin und Jan Radke, die Geschäftsführer vom Senftenberger REWE legen viel Wert auf regionale Produkte. Die Äpfel von Walter Wittig aus Heideblick werden nicht nur zum Verkauf angeboten, sondern in der Kelterei Hosena auch zu Saft verarbeitet. "Scharfes Gelb" entwickelte für Radkes zwei eigene Sorten ihres Eierlikörs: Schoko-Orange und Himbeere.
Kerstin und Jan Radke, die Geschäftsführer vom Senftenberger REWE legen viel Wert auf regionale Produkte. Die Äpfel von Walter Wittig aus Heideblick werden nicht nur zum Verkauf angeboten, sondern in der Kelterei Hosena auch zu Saft verarbeitet. "Scharfes Gelb" entwickelte für Radkes zwei eigene Sorten ihres Eierlikörs: Schoko-Orange und Himbeere. FOTO: Josephine Japke / LR