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Regen beschert der Lausitz vor allem üppiges Grün

Reichlich Regen hat auch die Sonnenblumen in den Himmel wachsen lassen. In einem Lindauer Garten erreichten sie bis zu vier Meter hoch.
Reichlich Regen hat auch die Sonnenblumen in den Himmel wachsen lassen. In einem Lindauer Garten erreichten sie bis zu vier Meter hoch. FOTO: Kupfer/rkp1
Lindenau. Die Hundstage haben der Region in diesem Jahr nicht die erwartete Hitzeperiode beschert. Trotzdem, so die Einschätzung von Klaus Hirsch in Großkoschen, hatten Feriengäste im Senftenberger Seenland schönes Urlaubswetter. Vom RUNDSCHAU-Wetterfrosch Rudolf Kupfer / rkp1

An jedem Augusttag stieg nach seinen Messungen die Temperatur über 20 Grad. Mit 32 Grad Höchsttemperatur gab es insgesamt erträgliche Werte. Mit exakt 100 Millimeter gemessenen Niederschlag hat Ingo Nowak in Schipkau einen Wert registriert, der erheblich über der Monatsnorm (69) liegt. Die gute Verteilung des Regens führte aber zu keinen länger anhaltenden Überflutungen. Mit 289 Millimetern war der Sommer insgesamt zu nass, so Gabriela Haußmann in Hörlitz. Das ist ein Plus von 70 Millimetern, was der Niederschlagsmenge eines Monats entspricht. Ausreichende Feuchtigkeit bewirkt auf den Sandböden der Lausitz wahre Wunder. Es grünt und blüht so üppig, dass es eine Freude ist, so die Hobbygärtnerin.

Allerdings konnten die Frostschäden in der Obstbaumblüte und die Trockenschäden an den Getreidepflanzen im Frühjahr nicht ausgeglichen werden, schätzt Günter Kockro aus Großräschen ein. Auch durchgängiges Druschwetter für die Getreideernte war Fehlanzeige. In diesem Jahr verzögert sattes Grün allerorts offensichtlich den beginnenden Frühherbst. Aber rote Hagebutten, rosa blühendes Heidekraut, reife schwarze Holunderbeeren, erste reife abfallende Stieleicheln sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass der goldene Herbst vor der Tür steht.

Auch in der Vogelwelt gibt es jetzt große Veränderungen. Die Störche haben sich mit als Erste auf die Reise nach Afrika gemacht. Die Schwalben folgen in diesen Tagen. Die unverwechselbaren Rufe der Kraniche weisen auf die Ankunft der ersten Zugvögel hin. Nach der Ernte der prächtigen Maisbestände in den nächsten Wochen gibt es für die Wildgänse ein reiches Nahrungsangebot.

Dass der Altweibersommer um den 23. September schöne Herbsttage bringt, darauf bauen Günter Kobel aus Ortrand und Roland Nicklisch aus Tettau.

Warum trotz besten Pilzwetters an manchen Stellen nur Pfifferlinge wachsen, bleibt ein unerklärliches Phänomen. Unbeliebte Pilze dagegen sind Braunfäule und falscher Mehltau im Obst- und Gemüsebau. Diese entwickelten sich im Sommer besonders gut und verursachten bei Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Kürbis und Wein Schäden.

Diese Ereignisse bringen Fotomotive, die im laufenden Wettbewerb der Hobbymeteorologen unter dem Motto "Lausitzwetter und Natur" eingereicht werden können.

Zum Thema:
112 Millimeter Niederschlag sind im August gefallen (Norm: 69). Es regnete an 14 Tagen, sechs Gewitter wurden im Ort registriert sowie vier in der Nähe. Mit 234 Sonnenstunden sind 115 Prozent der Norm erreicht. Am 1. August wurde die Höchsttemperatur von 31 Grad Celsius gemessen. Die Tiefsttemperatur lag am 23. August nachts bei 5,5. Es gab 13 Sommertage über 25 sowie einen Tag mit über 30 Grad Celsius.