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Dörfliches Leben
Klara züchtet glückliche Hühner

Klara Scholz (14) aus Guteborn züchtet Brahma-Hühner. Die alte Haustierrasse ist selten geworden. Kaum zu glauben, dass auch aus diesem Küken ein Riesenhuhn daraus wird.
Klara Scholz (14) aus Guteborn züchtet Brahma-Hühner. Die alte Haustierrasse ist selten geworden. Kaum zu glauben, dass auch aus diesem Küken ein Riesenhuhn daraus wird. FOTO: Steffen Rasche
Guteborn. Guteborner Geflügelzüchter präsentieren am Wochenende im Vereinsheim ihre Tiere.

Mut und Kraft und ein ruhiges Wesen wird dem Brahma-Huhn zugeschrieben. Die herausfordernde Haltung ist wohl auch der Größe des massiges Körpers und dem anmutigen Schreiten dieses Federviehs geschuldet. Für Klara Scholz (14) aus Guteborn gibt kein besseres als das selten gewordene Riesenhuhn. Begeistert züchtet die Schülerin die Brahmas, die erst im 19. Jahrhundert nach Europa kamen und dann auch in Deutschland große Mode der Rassegeflügelzucht wurden.

Als Neunjährige hatte die junge Dame noch in schönster Schreibschrift die nachdrückliche Botschaft zum Fest an den Weihnachtsmann erstellt. Darauf stand auch zur Verblüffung der Eltern ein einziger Wunsch: Hühner. Heute lacht Klara Scholz, die unverzüglich als Mitglied im örtlichen Geflügelzüchterverein angemeldet wurde und dann daheim einen Hühnerstall bekam, darüber. Die Freude über das schöne Hobby schwingt mit. Und die Klassenkameraden sind auch beeindruckt, bestätigt das fröhliche Mädchen. Im heimischen Stall leben nur glückliche Hühner, versichert 14-Jährige. „Freiheit, täglich mehrmals frisches Wasser und gutes Futter“ brauche ein glückliches Huhn. Dass die Tiere, die ausschließlich bestes Getreide vom Landwirt aus Schwarzbach zu Fressen bekommen, am Ende im Kochtopf und in der Bratpfanne landen, „gehört dazu“.

„Die älteren Hühner werden Frikassee, die zarten werden Broiler“, bekräftigt Sascha Leuschner, der Vereinsvorsitzende. Der Guteborner züchtet selbst schon viele Jahre vor allem auch alte Haustierrassen. Wie Deutsche Sperber. Auf den hoffnungsvollen Nachwuchs im Verein ist er sichtlich stolz. Schließlich sind auch seine beiden Jungen mit Herzblut dabei. Die kleinen Töchter, Helene (9) und Eveline (11), fliegen indes eher ohne eigene Verpflichtungen für das Federvieh auf die Küken, die aus der vereinseigenen Brutmaschine kommen. „Wir setzen natürlich darauf, mit den niedlichen und flauschigen Küken am Wochenende zu unserer großen Vereinsschau vor allem junge Leute für das Hobby zu interessieren“, bestätigt Sascha Leuschner.

Die Tiere fordern den Züchter 365 Tage im Jahr. Das erklärt auch Klara Scholz. Das schreckt sie aber nicht. Im echt arschfrischen Eier-Verteiler sind Nachbarn aufgenommen. Die Hilfe läuft damit nach Plan, wenn die Familie verreist und die Hühner für einige Tage fremd versorgt werden müssen. Die dörfliche Gemeinschaft funktioniert. Und Nutztiere gehören ebenso aufs Land. Nur ein Brahma aus dem Scholz-Stall ist bisher übrigens eines natürlichen Todes gestorben: der erste Hahn. „Ihn zu schlachten, habe ich nicht übers Herz gebracht“, räumt Klara Scholz ein. Das Tier, das auf den Namen eines gefiederten Filmhelden hörte, hat stolz auf der Schulter der Schülerin gesessen und ist bei Ausstellungen der Geflügelzüchter in Guteborn der Publikumsliebling gewesen. „Er war zutraulich und hat sich auch streicheln lassen“, bestätigt Klara Scholz. Mit gut fünf Kilogramm Gewicht unterm schönen Federkleid sei der Bursche aber mit der Zeit auch echt schwer geworden.

Geflügelausstellung in Guteborn

im Vereinsheim (Hauptstraße)

Sonnabend, 4. November,

10 bis 20 Uhr

Sonntag, 5. November,

10 bis 16 Uhr