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Rainitza wird in Rohrleitung gepresst

Für die Rainitza wird derzeit eine 2,5 Kilometer lange Rohrleitung gebaut, die das Flüsschen zeitweise aufnehmen muss.
Für die Rainitza wird derzeit eine 2,5 Kilometer lange Rohrleitung gebaut, die das Flüsschen zeitweise aufnehmen muss. FOTO: Uwe Steinhuber/LMBV
Senftenberg. Um den Stöpsel der Lausitzer Seenkette funktionstüchtig zu machen, muss ein kleines Flüsschen zeitweise umverlegt werden. Jan Augustinund Kathleen Weser

Das Flüsschen Rainitza wird in eine Rohrleitung gepresst. Die aufgeständerte Pipeline, die neben dem Abzweig nach Senftenberg an der Bundesstraße 169 beginnt, wird im Auftrag der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) in südlicher Richtung vorbei am Laugkfeld zur Schwarzen Elster geführt. Über gut 2,5 Kilometer. Die glasfaserverstärkte Kunststoff-Rohrleitung mit einer Nennweite von 1000 Millimetern wird derzeit von einem Boblitzer Unternehmen errichtet. Und auf der Großbaustelle geht es gut voran.

Das zeitweise Umverlegen der Rainitza ist eine Voraussetzung für den Ablauf des Sedlitzer Sees und damit den Stöpsel der Lausitzer Seenkette. Aus dem Sedlitzer See muss das Wasser der sanierten und schon weitgehend verbundenen Tagebaukrater künftig zur Schwarzen Elster abgeleitet werden - über die Rainitza, die dafür auf Kippenboden in einem neuen Bett zum großen Fluss geführt werden muss. "Heute endet das Flüsschen Rainitza noch an der Schwarzen Elster nahe der Knappenstraße in Senftenberg. Allerdings verläuft dieser Abschnitt im früheren Bett der Sornoer Elster", erklärt LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber.

Die Rainitza selbst ist ein Flüsschen, das weiter nördlich unter anderem früher die Grenze zwischen Großräschen und Kleinräschen bildete. Vor Beginn des Bergbaus im Senftenberger Revier konnten die östlich von Großräschen wohnenden Schmogroer und Dörrwalder sogar noch mit dem Kahn auf der Rainitza bis nach Senftenberg staken. Ursprünglich mündete die Rainitza südlich von Sedlitz in die Sornoer Elster. Um das Jahr 1870 wurde dann den Überlieferungen zufolge erstmals wegen des Kohlebergbaus in den Verlauf eingegriffen. Eine weitere Umverlegung erfolgte in den 1950er-Jahren. "Damals forderte der näher rückende Tagebau Sedlitz-Ost eine Änderung des Flusslaufes parallel zur alten Spremberger Straße, die von Sedlitz nach Sorno führte", erklärt Uwe Steinhuber weiter. Der nächste Eingriff wurde in 1960er-Jahren wegen des Abräumens des Nordfeldes der Sedlitzer Grube erforderlich. Damals ist die die heutige bekannte und fast durchweg betonierte Rainitza-Trasse parallel zur Bahn zwischen Sedlitz und Senftenberg.

Seit dem Ende der Braunkohleförderung in der Region Senftenberg entsteht aus den Restlöchern der ehemaligen Tagebaue die Seenkette "Sedlitz, Skado, Koschen". Die Verbindungskanäle zwischen dem Trio - heute Geierswalder See, Partwitzer See und Sedlitzer See genannt - sind bereits weitestgehend fertiggestellt. Der Zielwasserstand liegt in allen drei benachbarten Bergbaufolgeseen bei 100 bis 101 Metern über Normalnull (NHN). Ein Teil der Wassermengen aus der Seenkette soll künftig auch genutzt werden, um der Schwarzen Elster in trockenen Zeiten zusätzliches Nass zu schenken.

Die einzige Verbindungsmöglichkeit der Restlochkette zur Schwarzen Elster besteht über den Ableiter aus dem Restloch Sedlitz und dem Anschluss an die vorhandene Rainitza, der nun errichtet wird. Die kleine Rainitza muss dafür flott gemacht werden, als verbindender Wasserweg die Arbeit auf sicherem Boden zu leisten. Teilweise muss das Bett über geschüttete Bereiche von Alttagebauen geführt werden. Die Bergbausanierer müssen deshalb die locker gelagerten Sande mit schwerer Technik in ein festes Gefüge zwingen. Erst danach kann das neue, offene Rainitza-Flussbett in die Erde getrieben werden. Das ist ein schwerer Eingriff für einen künftig wieder funktionierenden Wasserhaushalt. Dem Flusslauf soll dies nach der Vollendung nicht anzusehen sein.

Für den Ableiter der Seenkette zur Schwarzen Elster wird vom Sedlitzer See in Richtung Senftenberg die Trasse des Wasserweges hergestellt.
Für den Ableiter der Seenkette zur Schwarzen Elster wird vom Sedlitzer See in Richtung Senftenberg die Trasse des Wasserweges hergestellt. FOTO: LMBV/Radke