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Aus dem Gericht
Räubern droht lange Haftstrafe

Senftenberg/Cottbus. Das Landgericht Cottbus verhandelt wegen brutaler Überfälle in Lauchhammer.

Der Prozess um zwei brutale Raub­straftaten in Lauchhammer geht am Cottbuser Landgericht dem Ende entgegen. Einer der drei Angeklagten muss mit einer langen Haftstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Diese Vorstellung des Strafmaßes hatte die Staatsanwaltschaft zuletzt geäußert. Es geht um zwei Taten aus den Jahren 2015 und 2016. Im jüngeren Fall stehen Faustschläge ins Gesicht des Opfers und eine an den Hals gehaltene Machete zu Buche. Die Beute damals: ein Notebook, ein Smartphone, eine Playstation und ein paar Computerspiele. Die angeklagten Männer aus Lauchhammer schweigen bisher. Dabei könnte sich ein umfassendes Geständnis erheblich auf das Strafmaß auswirken. Das hat der Vorsitzende Richter André Simon nochmals betont. Zum nächsten Verhandlungstermin am 11. Januar hofft Richter André Simon auch im Sinne der Angeklagten darauf, dass eine Verständigung zustande kommt.

Der mit 26 Jahren Jüngste der Angeklagten ist erst im April vergangenen Jahres wegen zwei Raubüberfälle zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach eingelegter Revision bestätigte der Bundesgerichtshof vor kurzem dieses Urteil. Auch in diesem Prozess hatte sich der junge Vater nicht eingelassen. Verurteilt wurde er damals ebenfalls wegen zwei Raubüberfällen. Mit zwei Kumpanen hatte der Lauchhammeraner vor drei Jahren eine Spielothek in Finsterwalde überfallen und 1500 Euro erbeutet. Dabei soll einer Mitarbeiterin mit einer Pistole oder einer pistolenähnlichen Waffe gedroht worden sein. Die drei Männer sind danach nach Prag gefahren, wo sie mit einem gestohlenen Auto in eine Polizeikontrolle geraten sind und schließlich festgenommen wurden. Wenige Wochen zuvor überfiel der Lauchhammeraner eine Tankstelle. Mit einem Messer hatte er laut Gericht die Herausgabe des Geldes verlangt. 150 Euro und ein paar Dosen Red Bull soll er so erbeutet haben.

(jag)