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| 18:39 Uhr

Aus dem Gericht
Räuber brechen ihr Schweigen

Cottbus/Lauchhammer. Am Landgericht Cottbus ist am Donnerstag der Macheten-Prozess weiterverhandelt worden. Zwei Lauchhammeraner lassen sich auf einen Deal mit der Justiz ein.

Überraschende Wende im Prozess um zwei brutale Raub­straftaten in Lauchhammer: Nachdem sich die beiden Angeklagten vor dem Landgericht Cottbus bisher ausgeschwiegen haben, machten sie am Donnerstag erstmals Angaben zu den Vorwürfen. Es geht um zwei Raubstraftaten aus den Jahren 2015 und 2016. Im jüngeren Fall stehen Faustschläge ins Gesicht des Opfers und eine an den Hals gehaltene Machete zu Buche. Der Deal, den die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung ausgehandelt und den beiden Lauchhammeranern angeboten haben, scheint verlockend zu sein. Denn die Männer gestehen die Taten ohne Wenn und Aber. „Ja, das kann man nicht schön reden“, sagt der mit 26 Jahren jüngere der beiden Angeklagten. „Ich hatte etwas getrunken. Ich hatte aber nicht vorgehabt, ihm etwas anzutun“, erklärt er. Er räumt ein, seinem Opfer ein- oder zweimal ins Gesicht geschlagen und es mit einer Machete, die in der Wohnung lag, bedroht zu haben. Für den werdenden Vater würde das Strafmaß etwa zwischen vier und viereinhalb Jahren liegen. Einbezogen wäre bei ihm damit auch das Urteil des Landgerichtes vom April vorigen Jahres, als er - ebenfalls wegen zwei Raubüberfällen - zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden war.

Der 31-jährigen Mitangeklagte könnte indes sogar mit einer Bewährungsstrafe davonkommen. Er räumt zwar ebenfalls die Überfälle in den Wohnungen der Geschädigten ein. Jedoch gibt er nur zu, eine Playstation bei der jüngeren Straftat mitgenommen zu haben. Ob sein Kumpel das Opfer mit einer Machete bedroht hat, habe er nicht gesehen.

Die 2. große Strafkammer hat am Donnerstag trotz der Geständnisse noch keine Urteile gefällt. Am 1. Februar will das Gericht das Opfer des letzten Überfalls hören.

(jag)