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| 18:25 Uhr

Hoffnung für Kroppener Radweg
Ein Radweg in die Amtsstadt ist größter Wunsch der Kroppener

Für die Ortsverbindungsstraße zwischen Kroppen und Ortrand wünschen sich die Kroppener schon seit vielen Jahren einen Radweg - damit die Einwohner und Schulkinder sicher zum Verwaltungssitz, zur Arbeit und in die Schule kommen. Doch der Landesbetrieb Straßenwesen macht den Kroppenern wenig Hoffnung. Nun ist eine Alternativ-Route ins Blickfeld gerutscht.
Für die Ortsverbindungsstraße zwischen Kroppen und Ortrand wünschen sich die Kroppener schon seit vielen Jahren einen Radweg - damit die Einwohner und Schulkinder sicher zum Verwaltungssitz, zur Arbeit und in die Schule kommen. Doch der Landesbetrieb Straßenwesen macht den Kroppenern wenig Hoffnung. Nun ist eine Alternativ-Route ins Blickfeld gerutscht. FOTO: Mirko Sattler
Kroppen. Der Kampf um die ersehnte Trasse dauert schon viele Jahre. Doch jetzt gibt es neue Hoffnung. Von Torsten Richter-Zippack
Torsten Richter-Zippack

Kommt Kroppens Bürgermeister Reiner Krämer auf den geplanten Radweg nach Ortrand zu sprechen, ist es schnell vorbei mit der guten Laune. „Wir haben unseren Wählern das Versprechen gegeben, die rund dreieinhalb Kilometer lange Trasse zu bauen. Aber die Gemeinde wird einfach hängen gelassen.“ Mehr noch: Die Dörfer in Brandenburg haben einfach keine Lobby.“ Die Stimmung im Dorf sei wegen des fehlenden Radweges schlecht. Die Leute wüssten nicht mehr weiter. Wahrscheinlich, so heißt es im Dorf, müsse erst ein schwerer Unfall geschehen, bevor etwas passiert.

Worum es genau geht? Die Gemeinde Kroppen will schon seit vielen Jahren einen Radweg entlang der Straße nach Ortrand errichten. Schließlich arbeiten viele Einwohner in der benachbarten Pulsnitzstadt, zudem befindet sich dort das Schulzentrum, das auch der Kroppener Nachwuchs nutzt. Das Bauvorhaben sei allerdings vom Landesbetrieb Straßenwesen abgelehnt worden, da man dort andere Vorhaben als dringlicher ansehe.

Der Ortrander Amtsdirektor Kersten Sickert bezeichnet das Radweg-Vorhaben als „sehr schwieriges Thema“. Er wisse, dass es sich um den obersten Wunsch der Kroppener Bürger handele. Das Amt werde auf jeden Fall am Thema dran bleiben. Schließlich habe Ortrand ein großes Herz für Kinder und Senioren.

Aufgrund der Ablehnung des Landesbetriebes Straßenwesen, so sagt Bürgermeister Krämer, habe sich die Gemeinde um eine Alternative bemüht. Und die Verantwortlichen glaubten sich schon fast am Ziel. Schließlich gebe es einen bereits vorhandenen Alternativweg, der vom Kroppener Ortsteil Heinersdorf zum Ortrander Freibad führt. Entlang des Weges sei aus Gründen der Sicherheit die Installation von Lampen geplant. Im Januar habe es dazu einen Vor-Ort-Termin mit der Naturschutzbehörde gegeben, berichtet Kersten Sickert. Deren Angaben zufolge handelt es sich aber um ein Flora-Fauna-Habitat, kurz FFH-Gebiet, in dem keine künstlichen Lichtquellen aufgestellt werden dürfen, Stichwort Insekten­sterben.

Das Amt Ortrand wolle jetzt zumindest prüfen, ob sich der beabsichtigte Weg ertüchtigen lasse. Es handele sich um eine öffentliche Verbindung. Mehr noch: Die Trasse sei im Bedarfsplan für den Brandenburg-Radweg vorgesehen. Dieser Aspekt vermittele zumindest ein wenig Licht am Ende des Tunnels.

Der Landesbetrieb Straßenwesen lässt indes wissen, dass die Behörde regelmäßig den Bedarf für straßenbegleitende Radwege überprüfe. Entsprechende Vorhaben werden nach Angabe von Steffen Kleiner, Dezernatsleiter Planung Süd, dem betroffenen Ämtern und Gemeinden vorgelegt. Bezüglich der Trasse Kroppen - Ortrand verweist Kleiner auf die geplante Alternativroute von Heinersdorf zum Ortrander Bad. „So sind wir hier nicht gefragt“, kommentiert der Experte.