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Radler beklagt Wege-Zustand

Helmut Kerstan (71) aus Schwarzheide beklagt den Zustand des Radweges zwischen Biehlen und Schwarzheide-Ost. Er fordert dass er konsequent für den motorisierten Verkehr abgesperrt wird.
Helmut Kerstan (71) aus Schwarzheide beklagt den Zustand des Radweges zwischen Biehlen und Schwarzheide-Ost. Er fordert dass er konsequent für den motorisierten Verkehr abgesperrt wird. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Ruhland/Schwarzheide. Helmut Kerstan aus Schwarzheide bleibt in Bewegung. Der rüstige Rentner tritt in die Pedale – auch zum Schwimmen im Senftenberger See. Kathleen Weserund Barbara Remus

"Auf dem Radweg zwischen Schwarzheide-Ost und Biehlen wird es immer gefährlicher", beklagt er. Die Unebenheiten auf dem eigens für Radler ausgebauten schmalen Asphaltweg durch Wurzelaufbrüche nehmen zu. Und auf dem Pfad ist fast mehr los als auf der normalen Straße. Landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge geben dem Radweg hier den Rest. Und die motorisierten Gefährte mit Ortskundigen am Steuer, die die für Muskelkraft bestimmte Verkehrsader derzeit auch stark als abkürzenden Schleichweg um die Großbaustelle der B 169 nutzen, sind ebenfalls flott hier unterwegs. Helmut Kerstan fordert deshalb, den Radweg wieder mit Pollern gegen das unbefugte Nutzen durch Fahrzeuge aller Art zu sichern. Diese Bremse war beim Ausbau des flächendeckenden touristischen Radwegenetzes eingelegt, dann aber schnell wieder beseitigt worden. Der Schwarzheider bleibt hartnäckig dran am Problem und klopft an die Türen der Amtsstuben. Christian Konzack, der stellvertretende Amtsdirektor des Amtes Ruhland, hat sich umgehend vor Ort informiert. Und er sieht durchaus Handlungsbedarf. Denn außer landwirtschaftlichen Gefährten sind hier auch Müllautos und Kleinwagen in der Spur. Im Gegenverkehr wird es eng auf dem befestigten Weg - und gefährlich für die Radfahrer. Allerdings liegt die Stelle, an der der Bürger den Poller einfordert, auf der Gemarkung der Stadt Schwarzheide. Die lehnt das Zusperren dieses Radweges ab. Aus gutem Grund, wie der amtierende Bürgermeister Manfred Richter erläutert. Die kleinen Verkehrsadern sind zwar ausdrücklich als Radwege ausgebaut worden. Forst- und landwirtschaftliche Fahrzeuge aber dürfen sie schon immer mitbenutzen. "Das ist notwendig, denn die Nutzflächen müssen erreichbar sein", sagt der erfahrene Hauptamtsleiter im Schwarzheider Bürgerhaus. Bekannt sei durchaus, dass der Radweg auch von Unberechtigten befahren werde. Die Beschwerden im Rathaus nähmen zu. Aber die Kontrolle des fließenden Verkehrs obliege allein den Ordnungshütern der Polizei.

Zum Thema:
Das touristische Radwegezielnetz im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ist Ende der 90er-Jahre auf etwa 230 bereits vorhandenen Wege-Kilometern ausgebaut worden. 39 Millionen D-Mark haben das Land (70 Prozent), die Bundesanstalt für Arbeit (20) und der Kreis (10) dafür damals gemeinsam aufgebracht. Die Wege sind von den Städten und Gemeinden übernommen worden - und längst stark reparaturbedürftig.