Ein gutes Radwege-Netz, das an manchen Stellen besser unterhalten werden könnte, sieht Fahrrad-Händler Mario Johannson um Senftenberg. Im Interview sagt er, wo man hier interessant Rad fahren kann und worauf es in der Pflege des eigenen Rades ankommt.

Sie sind nicht nur Fahrrad-Händler und fahren selbst Rad, sondern bieten auch Touren an. Wie finden Sie das Netz an Radwegen und deren Zustand in und um Senftenberg?

Mario Johannson Das Netz ist super. Die Pflege der Wege lässt aber zum Teil zu Wünschen übrig, in der ganzen Region Oberspreewald-Lausitz. Da scheint es manchmal, als würde etwas gebaut, aber dann fehlt das Geld zum Unterhalt und es kommen die Wurzeln durch.

Welchen Charakter haben Ihre Radtouren?

Johannson Da geht es um Mountainbike fahren, also spielen Radwege da keine große Rolle. Es sind hügelige Touren in der Tagebau-Restlandschaft. Spannend ist da grade das Gebiet zwischen Annahütte, Sallgast und Saalhausen. Da gibt es durchaus interessante Steigungen. Und mit dem „Fuchsbau-Race“ findet in der Gegend auch ein interessantes Rennen statt.

Wie kamen Sie dazu, solche Touren anzubieten?

Johannson Wir machen das seit der Gründung unseres Geschäfts 2013. Es geht darum, zum Beispiel Menschen, die sich leistungsfähige Mountainbikes kaufen, zu zeigen, wie und wo sie diese richtig nutzen können. Deswegen gibt es eine regelmäßige Ausfahrt und Fahrtechnik-Seminare. Wenn solche Räder nur vor einer Eisdiele stehen, ist das keine artgerechte Haltung.

Mit welchen Problemen an ihren Rädern kommen Menschen oft in ihre Werkstatt?

Johannson Es sind vor allem normale Verschleißteile, die kaputt gehen. Dabei hat man aber durchaus großen Einfluss auf deren Langlebigkeit, wenn man mehr Augenmerk auf die Pflege legt. Das heißt etwa schon, die Reifen richtig aufzupumpen, das Rad und vor allem den Antrieb zu reinigen, und die Kette richtig zu fetten.

Auf was ist da konkret zu achten?

Johannson Es gibt biologisch abbaubare Reinigungsmittel, mit denen man mit relativ wenig Aufwand die Kette und die Ritzel säubern kann. Vor allem sollte man nicht ohne sie zu reinigen Öl auf die Kette bringen und dort Schmutz ansammeln. Das Credo ist: wenig Öl verwenden, aber öfter. Dass man davon, die Fahrradkette anzufassen, schwarze Finger bekommt, ist jedenfalls nicht der richtige Normalzustand.

Mit Mario Johannson sprach
Daniel Roßbach