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| 20:05 Uhr

Gute und schlechte Noten für Radwege
Lust und Frust bei Radlern im Seenland

 Ivanka und Václav Soucek aus Teplice schätzen das Lausitzer Seenland als Urlaubsregion sehr. Die sehr aktiven Tschechen sind in kurzer Zeit mit dem Auto hier und testen auf den gut ausgebauten Radwegen jetzt auch ihre neuen Tretroller.
Ivanka und Václav Soucek aus Teplice schätzen das Lausitzer Seenland als Urlaubsregion sehr. Die sehr aktiven Tschechen sind in kurzer Zeit mit dem Auto hier und testen auf den gut ausgebauten Radwegen jetzt auch ihre neuen Tretroller. FOTO: LR / Daniel Roßbach
Senftenberg. Die Lausitzer sind begeisterte Freizeit-Radler. Für viele Menschen ist das Fahrrad aber auch im Alltag wichtiges Verkehrsmittel. Von Daniel Roßbach

Die touristischen Radwege sind in und um Senftenberg topp, die entlang von Straßen und über Land zum Teil ein Flop. Das ist für die Lausitzer, die jetzt wieder kräftiger in die Pedale treten, ein großes Thema.

Bernhard Scholz (28) kommt aus Cottbus und pendelt täglich mit der Bahn und seinem Rad zum Senftenberger Campus der Universität (BTU). Während die Fahrkarten dafür im Semester-Ticket der Uni enthalten sind, gilt das für die Fahrradkarte nicht. „Das ist eigentlich eine Sauerei“, sagt Scholz. Denn so werden monatlich 22 Euro fällig. „Die Uni hätte die Möglichkeit“, sagt Scholz, „mit der Bahn eine Regelung zu treffen, sodass zumindest auf der Strecke Cottbus-Senftenberg die Fahrradkarte eingeschlossen ist.“

  Bernhard Scholz ärgert sich über die Fahrscheinpflicht der Bahn für das Rad.
Bernhard Scholz ärgert sich über die Fahrscheinpflicht der Bahn für das Rad. FOTO: LR / Daniel Roßbach

An Senftenbergs Radwegen selbst hat Scholz, wie er sagt, „nur auf hohem Niveau etwas zu meckern. Einige der Fahrradwege sind für zügig Fahrende zu uneben. Dass die dann, wenn Straßen saniert werden wie zwischen dem Senftenberger Bahnhof und dem Uni-Campus, nicht auch verbessert werden, sei „ärgerlich“.

Václav und Ivanka Soucek aus dem tschechischen Teplice machen schon zum zweiten Mal im Lausitzer Seenland Urlaub. Und es wird wohl „auch nicht das letzte Mal sein“, sagt Václav Soucek, „auch dank der sehr gut ausgebauten Radwege“. Das aktive Ehepaar ist allerdings jetzt mit Tretrollern unterwegs. 

Jan Schaller (52) kommt aus Berlin, fährt aber schon seit dem Jahr 2000 oft im Lausitzer Seenland Rad. Fast genau so lange bietet er als  Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) Touren rund um Senftenberg an. Die Radwege rund um den See seien in der Zeit deutlich verbessert worden. Mit einer Ausnahme: „dem Stadtbereich in Niemtsch“.

Insgesamt sei die Größe und Qualität der Wege aber „super“. Trotzdem gebe es auch immer Stellen, an denen Belag oder Breite der Wege verbessert werden sollten. Auch die Gründe für vereinzelte Sperrungen von Wegen seien nicht immer transparent nachvollziehbar.

Trotzdem empfiehlt Schaller, der beruflich bei der Deutschen Bahn arbeitet, seinen radfahrenden Berliner Freunden die Lausitz gern als Ausflugsziel. „Bequemer wäre allerdings, wenn die Schienenanbindung der Lausitz an Berlin noch besser wäre“, sagt er.

Dennis Reichelt kommt zwar aus der Lausitz, macht hier aber zugleich auch Urlaub. Denn der 44-jährige, der aus Hoyerswerda stammt, lebt inzwischen in Stuttgart. Reichelt kommt jedoch zu Feiertagen und Kurzurlauben immer wieder zurück in die alte Heimat. Dazu gehört dann auch das Radfahren, oft mit Touren zwischen 80 und 100 Kilometern am Tag. „Das ist ein schöner Ausgleich zu meinem Bürojob im IT-Bereich“, erzählt er. Spaß macht Reichelt das vor allem auf den Radwegen um die neuen Seen. Die Verkehrsverbindungen zwischen den Städten, etwa von Hoyerswerda nach Senftenberg, seien dagegen „nur mittelprächtig. Da auf Landstraßen zu fahren, sei teilweise unangenehm.“

 Wenn Dennis Reichelt in der alten Heimat ist, gehört das Rad dazu.
Wenn Dennis Reichelt in der alten Heimat ist, gehört das Rad dazu. FOTO: LR / Daniel Roßbach
 Jan Schaller aus Berlin bringt Radler mit auf Touren im Lausitzer Seenland.
Jan Schaller aus Berlin bringt Radler mit auf Touren im Lausitzer Seenland. FOTO: LR / Daniel Roßbach