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Radeln und coole Feriendomizile sind die Reise-Renner

Das Radfahren ist die Nummer 1 auf der Hitliste der Reisewilligen ins Lausitzer Seenland.
Das Radfahren ist die Nummer 1 auf der Hitliste der Reisewilligen ins Lausitzer Seenland. FOTO: Sascha Klein
Senftenberg/Dresden. Tagestouren mit dem Fahrrad und besondere Urlaubsdomizile am und auf dem Wasser sind die Renner der Saison im Lausitzer Seenland. Das hat die Hausmesse der Reiseregion am Wochenende in Dresden deutlich gezeigt, bestätigt Marcus Herberle, der Vize-Geschäftsführer des heimischen Tourismusverbandes. Kathleen Weserund Mirko Sattler

. Die Sachsen stürmen auf dem Reisemarkt in Dresden den Stand des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland. Etwa 70 Prozent der Anfragen des Wochenendes stammen von Neugierigen aus der Landeshauptstadt und deren Umfeld. Das bestätigt Vize-Geschäftsführer Marcus Heberle nach anstrengenden und erfolgreichen Messetagen "Das Radeln ist das Thema Nummer 1", sagt er. Vor allem die kurzen Strecken, also die Tagestouren, werden nachgefragt. Die Sachsen nehmen gern eine Stunde Autofahrt in Kauf, um sich öfter auf den Drahtesel zu schwingen. "Das Kartenmaterial ist uns förmlich aus den Händen gerissen worden", erklärt Marcus Herberle schmunzelnd. Vorsorglich hatten sich die Touristiker stärker schon eingedeckt.

"Auch besondere Ferienquartiere werden für die Reisewilligen immer interessanter", sagt Marcus Heberle. Die neuen Baumhäuser im Hafencamp am Senftenberger See (Wassersportzentrum Großkoschen) haben großes Interesse geweckt. Auffällig: Jung gebliebene Großeltern erkunden die Möglichkeiten, mit den Enkelkindern tolle Ferien zu machen. Das Schlafen im Heu, das Wohnen auf dem Wasser am Geierswalder See und das Leuchtturm-Hotel begeisterten zudem sehr. "Das Seenland wird auch für Familien mit Kleinkindern immer interessanter", schließen die heimischen Tourismus-Experten aus den konkreten Nachfragen. "Neben den Unterkünften wird genau erkundet, was der Baukasten unserer Reiseregion für junge Eltern mit Nachwuchs an Erlebnissen hergibt", bestätigt Herberle. Die Tendenz ist überraschend erfreulich. Denn das Hauptpublikum des Dresdner Reisemarktes ist nach wie vor die Generation 50plus.

Ungeduld wird spürbar bei den wasseraffinen Aktivreisenden. "Sehr kritisch wird hinterfragt, wann der nächste See endlich schiffbar sein wird. Der Kritik, dass der Partwitzer See noch nicht nutzbar ist, mussten wir uns auch stellen", erklärt er.

Auch das Museum Schloss und Festung Senftenberg zeigt sich sehr zufrieden. Das betont Sprecherin Jenny Linke. Die druckfrische Broschüre "Heißer Sommer - Kultur im Lausitzer Seenland" hat sie mit im Gepäck gehabt. Das Gemeinschaftswerk der Einrichtungen und Träger kultureller Angebote vom Theater Neue Bühne Senftenberg bis zum Zoo Hoyerswerda ist sehr gut angenommen worden. "Mir persönlich hat sehr gut gefallen, dass viele Gäste aus der Lausitz am Stand vorbeigekommen sind und sich informiert haben, was es in diesem Jahr alles Neues vor der eigenen Haustür gibt", erklärt Jenny Linke. "Da haben die Sommerangebote sehr gut gepasst."

Katja Wersch vom Tourismusverband bestätigt: "Die Messe läuft gut für uns. Vor allem die Unterkünfte an den Seen sind sehr gefragt. Viele Dresdener informieren sich genau über die Sanierung und die Entwicklung unserer Reiseregion."

Gerd (70) und Ilona Richter (64) aus Dresden sagen: "Wir schauen, ob es etwas Interessantes für uns gibt. Dass die Bergbauregion so viel bietet, ist bei uns noch nicht so richtig angekommen." Das Paar ist sonst viel weggeflogen. "Aber die eigene Region kennen wir weniger. Das soll sich jetzt ändern. Der nächste Urlaub geht bestimmt auch in die Umgebung von Senftenberg. Wenn keine Woche, dann wenigstens für ein Wochenende", sagt sie. "Die Frau stammt aus der Oberlausitz, deshalb fahren wir eher dorthin", fügt der Mann erklärend hinzu.

Hubert (68) und Birgit Schröfel (65) aus Lauchhammer sind in Dresden, weil sie "schauen, was es so Neues in der Region gibt". Das Paar will sich informieren, ob auch Erholungskuren im Lausitzer Seenland möglich sind.

Michael Zeh (57) aus Dresden erklärt: "Das Lausitzer Seenland ist das nächstliegende Urlaubsgebiet nach der Sächsischen Schweiz. Das letzte Mal war ich im vergangenen Herbst in Senftenberg. Bisher war das immer ein Zwischenhalt auf unserer Radtour in Richtung Berlin. Wenn das Wetter stimmt, ist die Region eine Option. Sie ist sehr schön." Da er wenig Zeit habe, starte er mit einem Wochenende ins Seenland-Abenteuer.

Zum Thema:
Die Dresdner Reisemesse zieht - wie anderen Veranstaltungen der Art auch - meist die Reiselustigen der Altersgruppe 50 plus an. Auch familienfreundliche Angebote sind Erfolgsgaranten. Die Gäste erwarten immer mehr einen Rundum-Service, egal ob als Teil einer größeren Radtour oder bei Anreise mit dem Bus. Das Aktivprogramm vermarkten die Tourismus-Experten in Kürze auf der Beach & Boot in Leipzig.

Hubert und Birgit Schröfel aus Lauchhammer lassen sich von Katja Wersch und Jenny Linke zum Seenland informieren.
Hubert und Birgit Schröfel aus Lauchhammer lassen sich von Katja Wersch und Jenny Linke zum Seenland informieren. FOTO: Sattler/sam1