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| 01:03 Uhr

Quellwasser aus den Wuppen

Lipsa.. Die Möglichkeit, in der heutigen Zeit Naturschutzbelange durchzusetzen, sind enorm gewachsen. Allerdings auch die Möglichkeiten, Naturräume zu belasten und sogar völlig zu zerstören. Rudolf Kupfer

In diesem Spannungsfeld wirkt nach Einschätzung des Vorsitzenden Reiner Sowa der Regionalverband des Naturschutzbundes Senftenberg.
Auf der gut besuchten Mitgliederversammlung am Sonnabend in Lipsa nannte er in seinem Rechenschaftsbericht viele Beispiele für erfolgreiches Vorankommen, aber auch für unbefriedigende Ergebnisse. Da waren beispielsweise Jens Domann und Karl Heinz Meinert an vielen Wochenenden auf Volksfesten und Veranstaltungen mit einem Informationsstand für den Naturschutz unterwegs. Landesweite Anerkennung fand der Einsatz beim Verkauf von Losen und Kalendern für den Naturschutz von Manfred Lehnig aus Brieske. Sein Tod hat eine schmerzliche Lücke hinterlassen, ein gleichwertiger Ersatz wird benötigt. Vorträge zu spezifischen Fragen des Naturschutzes hielten Günter Walczak aus Großräschen im Museumshof Großkoschen und beim Selbsthilfeverein in Hörlitz. In Sachen Bergbaufolgelandschaften ist Jürgen Schmager oft im Einsatz und nimmt Einfluss auf das, was sich hier entwickelt. Diese engagierte Arbeit vieler Mi tglieder prägt den Naturschutzbund, so sein Vorsitzender, Reiner Sowa. Insbesondere zur Erfolgskontrolle bei der laufenden Bergbausanierung und zur Verschmutzung des Schwarzwassers gab es heftige Diskussionen.
Das ständige Intervenieren zum Verlauf der Sachsenmagistrale durch den Naturschutzbund hat dazu geführt, dass beim Regierungspräsidium in Dresden zum gegenwärtigen Stand Akteneinsicht genommen werden kann. Aufgaben, die natürlich einen hohen Zeitaufwand und umfassende Sachkenntnis erfordern, so Karl-Heinz Marschke aus Biehlen.
Zustimmung bei allen Mitgliedern fand Barbara Seidel-Lampa mit der Auffassung, dass es für den Naturschutzbund bei der Fülle der Aufgaben darauf ankommt, Schwerpunkte zu setzen. Sie hat Kontakte zum Oberstufenzentrum in Cottbus aufgebaut, die es ermöglichen werden, ein seit Jahren in Arbeit befindliches Naturschutzbuch zur Region nun endlich herauszugeben.
Dass Ellen Zschoch, Horst Schober und Dr. Dietrich Hanspach mit den Wuppen in Hermsdorf auf das engste verbunden sind, stellten sie am Nachmittag recht eindrucksvoll unter Beweis. Selten wurde so deutlich, wie eng Naturschutz und Heimatkunde verbunden sind und sich gegenseitig bedingen. Spannend für die zahlreichen Exkursionsteilnehmer die Geschichten, die Herbert Nothing erzählte, der jetzt in Ruhland lebt und seine Jugend hier verbracht hat. Quellwasser aus den Wuppen hat sein Leben und das aller Hermsdorfer und Lipsaer mitbestimmt. Nur gut, dass heute das Trinkwasser aus Tettau kommt, denn die Quellen sind in der letzten Zeit wenig ergiebig bzw. ganz versiegt.
Für Erich Görner aus Schip kau sind die Wuppen in ihrer Gesamtheit ein sehr interessanter Naturraum. Er, wie viele andere Exkursionsteilnehmer, stimmen der Meinung von Gernot Sellnau zu: „Diese besondere Kulturlandschaft muss erhalten bleiben und sollte nicht privatrechtlichen Interessen geopfert werden“ .
Eine von vielen Aufgaben im Naturschutzbund Senftenberg, für die es lohnt, sich einzusetzen.