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Queensberry schlucken in der Lausitz Sand für den Erfolg

Lichterfeld: Band Queensberry dreht Musikvideo an der F60
Lichterfeld: Band Queensberry dreht Musikvideo an der F60 FOTO: Steffen Rasche
Lichterfeld. Die Wüste der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft ist Kulisse für das neue Video der Mädchen-Band "Queensberry". Zu Füßen des Besucherbergwerkes F 60 bei Lichterfeld (Elbe-Elster) haben die drei bildhübschen Sängerinnen am gestrigen Mittwoch den Song "Girl like me" mehrere Dutzend Mal gesungen, auf hochhackigen Schuhen im losen Sand scheinbar leichtfüßig getanzt – und dabei jede Menge Staub geschluckt. Kathleen Weser

Anfang August kommt das neue Musik-Video von "Queensberry", der Popstar-Band der siebten Staffel der Castingshow, auf den Markt. Für den Clip von 3:45 Minuten haben die schönen jungen Frauen am gestrigen Mittwoch in der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft zweifelsfrei kräftig gelitten.

Mehrere Stunden Dreharbeiten haben Filmteam und Pop-Band am Nachmittag bereits hinter sich. Erbarmungslos brennt die Sonne auf den kargen Sand zu Füßen der abgetakelten Abraumförderbrücke F 60, die von Besuchern erkundet wird. Der Bergheider See glitzert im Sonnenschein. Die Brise, die von dort zum Drehort herüber weht, lässt die leichten Kleider der drei Sängerinnen zwar im Wind flattern - Abkühlung bringt er aber nicht. Und auch der Ventilator am Rande wirkt praktisch zweckentfremdet: Ein Produktionsassistent sorgt dafür, dass das Lüfterrad des Gerätes immer wieder den losen Sand aus seiner Hand in hohem Bogen in Richtung der jungen Frauen weht. Im künstlich erzeugten Wüstensturm heißt es für das Trio, strahlend schön für den Erfolg zu schwitzen - tanzend auf hohen Schuhen und singend über den Jungen, der Schluss und damit den Fehler seines Lebens gemacht hat.

"Das ist der Job", erklärt Produzentin Marie Stanley (43). "Wir machen Beauty-Shots", erklärt sie. Das heißt: Es geht nur um das Schönsein. "Es ist furchtbar warm", bestätigt Marie Stanley. Deshalb hat die Produzentin eigenhändig für den Nachschub an Wasser gesorgt. Eine Pause ist selten genehmigt. Nur zum Mittag. Das Rohmaterial für das Video muss an diesem einen Drehtag im Kasten sein. Die AVA-Studios Berlin haben für das Queensberry-Video einen besonderen Ort gesucht - und im Internet prompt die F 60 gefunden. "Wir wollten unbedingt in eine Tagebaulandschaft wegen der Wüste", erklärt Marie Stanley. Den alten Wohnwagen im Hintergrund hat die 43-Jährige in einem Internet-Fundus entdeckt. Wegen der Rutschungsgefahren auf den gekippten Böden hatte die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), die erste Wahl, für den Wunsch-Drehort abwehrend die Hände gehoben. Die gebürtige Hessin, die in Lichterfeld ihre erste Produktion selbst leitet, ist darüber alles andere als sauer. "Wir hatten noch nie bessere Gastgeber als an der F 60", sagt sie. "Und das ist nicht nur so daher gesagt." Im Drehbuch ist der Schwenk auf den liegenden Eiffelturm freilich nicht geplant. "Wir werden trotzdem eine Aufnahme mitnehmen. Vielleicht ist dieses gigantische Besucherbergwerk doch zu sehen", erklärt Marie Stanley. Von den Lausitzern und der bizarren Landschaft ist die Wahl-Berlinerin positiv überrascht worden. "Das ist ein sehr besonderer Ort", sagt sie - vielleicht auf ein Wiedersehen. Die AVA-Studios arbeiten auch für die Scorpions, Chris de Burgh und Sarah Connor, sind also immer wieder auf der Suche.

Zum Thema:
Queensberry ist als Mädchen-Quartett im Jahr 2008 aus der Castingshow "Popstars" hervorgegangen. Zwei Gründungsmitglieder der Pop-Gruppe, Gabriella "Gabby" Christina De Almeida Rinne und Leonore Bartsch, singen noch in der Band. Dritte im Bunde ist Ronja Hilbig, die im Jahr 2010 dazu gekommen war.