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Pulsnitz ist immer noch völlig zugewachsen

Schlechte Gewässerpflege in Pulsnitz.
Schlechte Gewässerpflege in Pulsnitz. FOTO: Christoph /Fritzsche
Leser schreiben. Bernd Christoph und Heiko Fritzsche aus Burkersdorf nehmen Bezug auf die Berichte der LR zum Hochwasserschutz und schreiben: In der Vergangenheit wurde viel über geplanten Hochwasserschutz im Bereich der Pulsnitz geredet und geschrieben. Da darf man nun auf Taten hoffen.

Hoffen auf Taten darf man aber nicht, wenn es sich um jährliche Pflegemaßnahmen handelt, das wird einfach erwartet, denn schließlich zahlen Grundstückseigentümer jährlich ihren Beitrag zur Gewässerpflege. Dass diese dann so vernachlässigt wird, wie es das aktuelle Bild der Pulsnitz zeigt, zeugt von groben Versäumnissen der Behörden.

Die Pulsnitz ist seit geraumer Zeit im Bereich Ortrand auf fast einhundert Metern nun bereits völlig zugewachsen, was zu einer erheblichen Behinderung des Wasserabflusses führt. Wenn man berücksichtigt, dass bereits zwei bis drei Tage Regenwetter in der Vergangenheit genügten, um die Pulsnitz über die Ufer treten zu lassen, mag man sich gar nicht ausmalen, was jetzt passieren könnte. Auf Eingaben wird gar nicht mehr reagiert. Muss denn immer erst was geschehen, damit gehandelt wird?

Neue Perspektiven durch den Erzählsalon

Eva-Maria Lange schreibt zur Abschlussveranstaltung des Projekts "Lausitz an einen Tisch" in Großräschen und bezieht sich dabei auf den LR-Beitrag "Der Blick eines Außenstehenden auf die Welt der Lausitzer" vom 22. September.

Das Projekt "Lausitz an einen Tisch" empfand ich als einen bewegenden Prozess, den ich als Teilnehmerin vom Sommer 2015 bis heute miterlebt habe. Bewegend für mich persönlich, weil ich diese Erzählsalons als Bereicherung empfunden habe. So wurde mein Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung geweitet, weil ich neue Perspektiven oder Einsichten gewinnen konnte.

Außerdem bewegend für die Region, weil etwas in Bewegung gekommen ist; ein Prozess, der Alte und Junge, Einheimische und Fremde aufeinander zu bewegt hat. Es wurden Impulse und Initiativen in Gang gesetzt.

Die anwesenden Politikerinnen Frau Gleike, Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, und Frau Ministerin Münch bescheinigten den Menschen in der Lausitz Kreativität, Gestaltungswillen, erkannten ihre Leistungen in der Vergangenheit und bei der Bewältigung des "Transformationsprozesses" an, aber auch ihre Verluste.

In der Lausitzer Rundschau vom 22. September beschreibt ein Außenstehender seinen Blick auf das Erzählprojekt: "Aus dem, was die Erzählerinnen und Erzähler in der Lausitz geleistet haben, können wir im Rheinischen Braunkohlerevier lernen! … Es war eine tief greifende Erfahrung … Erzählsalons wünsche ich mir auch für das Rheinische Revier. Dazu braucht es Mut. Die Lausitz hat es vorgemacht." Da wird der Osten tatsächlich zum Vorbild für den Westen! Ich wünsche mir, dass die Leistungen der Menschen in diesem Teil des Landes in überregionalen Medien endlich mehr Beachtung finden, um dem, was die Menschen hier auch in der Vergangenheit und als Anpassungsleistung vollbracht haben, gerecht zu werden.

Dem Format Erzählsalon kommt meiner Überzeugung eine wichtige Funktion für die Kommunikation im gesellschaftlichen Raum zu: einander zuhören, andere Meinungen respektieren und bei aller Meinungsfreiheit müssen auch Regeln der Gesprächskultur eingehalten werden. Das wünsche ich mir im Kleinen wie im Großen!